2007

 

Zur CD "Lux Pure & Live"

 

Jazzthing

Wer Christina Lux' letztes Studio-Album "Coming Home At Last" kennt, für den hält das repertoire der neuen CD "Lux - Pure & Live" dieser Singer,-Songwriterin keine Überraschung bereit.

Aber erst die intime, fast familiäre Atmosphäre eines kleinen Muiskclubs unterstreicht das Außergewöhnlich der Lieder dieser Sängerin aus Kassel. Nur von der Gitarre begleitet, trägt Lux ihre Songs dem Publikum vor: mal besinnlich und seelenvoll, mal melancholisch und verletzlich, immer aber persönlich und selbstreflektiert.

Dass ihr Auftritt nicht zum peinlichenn "Seelenstriptease" wird, dazu trägt vor allem das vielfarbige Timbre ihrer Stimme bei: dunkel, aber betörend, weich, dennoch kraftvoll, sinnlich, aber klar. Ein beeindruckendes Dokument der zwischen Soul und Folk pendelnden Liedkunst von Christina Lux.
Martin Laurentius

 

 

 

 

inmusic 10/07

Dass ein Konzert von Christina Lux ein Erlebnis ist, zeigt dieses in einem kleinen Club mitgeschnittene Konzert. Nur von der Gitarre begleitet, findet ihre soulige und samtweiche Stimme den Platz, den sie zum Improvisieren braucht. Die Songs ihres Live Programms stammen größtenteils von ihrem letzten Album 'Coming Home At Last' aber auch von 'Little Luxuries' (1999).
Fast könnte man bei der Leidenschaft, mit der sie in der instrumental reduzierten Bühnenkonstellation zu Werke geht, von einem emotionalem Seelenstriptease sprechen. Diese CD ist ein tolles Erlebnis!
Bernd Lorcher

 

 

 

 

 

 

 

stern.de

Christina Lux - "Pure & Live" ****

Man muss die deutsche Sängerin und Musikerin Christina Lux
nicht kennen. Aber das Leben fühlt sich besser an,
wenn man ihre Stimme kennt. Die steht, der Besitz einer
einigermaßen anständigen Hifi-Anlage vorausgesetzt,
makellos-schön im Raum und erinnert an Eva Cassidy oder Sara K.
mehr...

 

 

 

www.musicianslife.de

Lang ist's her, dass ich das Vergnügen hatte, Traci Chapman live auf der Bühne zu erleben.
So was vergisst man nicht, so was prägt sich ein … und dann kommt so mir nichts dir nichts eine deutsche Sängerin mit Gitarre und cooler Ausstrahlung (in ungerecht dürftigem Ambiente) und weckt Gefühle,
die bei mir ein Deja-Vu und zugleich eine enorm positive Stimmung verursachen: Christina Lux hätte das Zeug, in die Fußstapfen von international erfolgreichen Soul-Folk-Poeten zu treten. mehr...
Will Lücken

 

 

 

"Federleichte Songs zwischen Folk und Soul, dazu die wunderbare Stimme von Christina Lux - eine tolle CD".
Wolfgang Hertel, Glamour


zum Heft hier

FASZINIEREND ECHT
Christina Lux zelebriert die Einmaligkeit des Lebens.

Wie viel Lux mag diese Frau haben, gemessen in gleichnamigen Beleuchtungsstärken, dass sie unsere Seelen derart zum Leuchten bringen kann? Es müssen respektabel viele sein. Christina Lux berührt mit einer leidenschaftlichen Intensität, die auch und gerade bei den Liveauftritten zum Tragen kommt. Nicht von ungefähr heißt das Album der gebürtigen Karlsruherin "Pure & Live", denn das ist das, was die Autodidaktin am besten kann: ehrlich und rein zu sein und charismatische Performances abzuliefern. Ursprünglich eingespielt in Quartettbesetzung muss die 42-Jährige nicht mal tief in die Trickkiste musikalischer Poesie greifen: Sie besinnt sich vielmehr auf ihr ganz eigenes hohes Können und bietet auf ihrem sechsten Album dem Zuhörer die blitzblanke Essenz ihrer Stücke.

"Coming Home At Last", der Vorgänger, war ein Studioalbum mit kompletter Band. "Ich wollte jetzt eines, das es den Menschen, die zum Konzert kommen ermöglicht, ein Stück dieses Live-Gefühls, pur wie es ist, mit zu nehmen." Dort nämlich gibt es nur noch Lux´ sinnliche Stimme und ihre Akustikgitarre. Mehr braucht es nicht, um zu entführen auf einen Trip ins Innenleben, der mal Mut erfordert und Bitterkeit in sich birgt, aber nie der Hoffnungslosigkeit geopfert wird. Der tief berührte Zuhörer fragt sich, woher die schöne, sensible Sängerin das Rüstzeug dazu her hat, die Farben der Gefühlspalette so brillant zu mischen, und das auch immer noch in der richtigen Dosis?

Christina Lux ist eine, die ihre Sinne geschärft hat, die offen durchs Leben und den Alltag geht, auch wenn es unbequem ist. Vielleicht gerade dann. Gefragt nach dem, was sie veranlasst, darüber Lieder zu schreiben, sagt sie: "Alles was mich durchfährt, berührt und bewegt wird über kurz oder lang zu einem Song. Manche der Songs spiele ich schon sehr lange, weil ihre Botschaft mich selbst auch immer wieder erdet. ,Love Is My Religion` z.B. war die Geburt der unendlichen sehr irritierten Gedanken zu den Seltsamkeiten in der Welt der Religionen. Zu dem Hass, der Diskriminierung und der Engstirnigkeit, die im Fundamentalismus zu finden sind. Ich erinnere mich gut an einen eMail-Verkehr mit einem streng Gläubigen, der mich verloren glaubt, weil ich Schwule vollkommen akzeptiere. Jesus sei u.a. für diese Perversen am Kreuz gestorben. Unfassbar für mich."

Lux´ musikalische Wurzeln sind väterlicherseits zu finden. Von ihm bekam sie erste Akkorde beigebracht, hat mit ihren "Lauschorganen alles aufgesogen" und sich selber beigebracht, meldete sich schließlich mit 17 auf ein Zeitungsinserat: Sängerin gesucht. Recht schnell wurde sie eine Lokalgröße im Raum Kassel, hatte allerdings bald Stimmprobleme, musste Zwangspausieren und fand in der Zeit vom Rock zum Jazz. Aus ihrer "unvermeidlichen Leonhard Cohen- und Joni Mitchell-Phase" und nach diversen Bandprojekten ging Christina Lux 1998 in die Selbständigkeit, u.a. als Special Guest von Fury In The Slaughterhouse und als Support von Paul Young und Status Quo. Damals wie heute hinterfragt sie alles, nicht zuletzt sich selbst. Christina Lux versteckt sich nicht hinter ihren Songs und gibt zu, dass es durchaus immer wieder Mut braucht, auch gewichtige Themen zu Musik zu verarbeiten. Aber es hat in ihren Augen etwas Spirituelles, Heilendes, "verursacht schlicht dadurch, dass ich die Verhüllung gelupft habe. Es entsteht trotz der bitteren Dinge etwas Positives. Die Gewissheit, dass mitten im tiefsten Schmerz eine unendliche Poesie liegt, mit der ich mich wieder fange und die schönen Dinge wieder erleben kann. So, wie in der Beschreibung Hermann Hesses über die Begegnung tiefster Freude und tiefsten Schmerzes, die sich im Gesicht einer gebärenden Frau widerspiegelt."

Ist das Seelentherapie? Die Lux gibt das unumwunden zu. Und ich wundere mich nicht, dass es mir nach dem Hören von "Pure & Live" merklich besser geht, weil ich zur Ruhe gekommen bin.

TEXT: Karin Paul

Lux
Pure & Live
Label: Prudence
VÖ: 14.09.2007

"Pure & Live" kann zurecht als Konzertdokument der gehobenen Klasse gewertet werden. Es ist eine sinnliche Reise ins Reich der eher stillen Soulschreibart, geboten auf beträchtlichem Qualitätslevel. Politisch korrekt ist es, wie sich Christina Lux bei all der Melancholie und Schönheit der Stücke den Lasten der Zeit nicht verweigert, ohne zur reinen Protestsängerin zu werden. Vergleichbar vielleicht mit Tracy Chapman, und doch ganz eigenständig von der Art und Weise der Präsentation.

 

 

 

 

 

 

 
myself.de

Ganz im Zeichen von starken Frauen steht der September. Und zwar nicht nur im Sinne von außergewöhnlich, charismatisch und bezaubernd, sondern auch hinsichtlich ihrer Stimmgewalt! Christina Lux schenkt uns willkommene Melancholie nach fröhlichen Sommertagen, Gloria Estefan verpackt politische Botschaften in klangvollen Melodien und Musik-Legende Annie Lennox kehrt auf die Bühne zurück.

Plus: Gewinnen Sie fünfmal das Christina Lux Album "Pure & Live". Nähere Informationen zum Gewinnspiel finden Sie auf der nächsten Seite.

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Wer auch nur einmal in das Album "Pure & Live" von Christina Lux hineinhört, ihre charismatische Stimme und die sanften Gitarrenklänge vernimmt, um den ist es geschehen. Zart, beschwörend, ein bisschen melancholisch - so muss es klingen, wenn wir den Sommer ziehen lassen. Ein wunderschönes Album für alle, die sich auf verregnete und ein bisschen traurige Herbsttage freuen. Schmelzender Zartbitter-Effekt.

Dieses Erlebnis ist selten: Sie legen eine CD ein, hören die ersten Takte, eine Stimme setzt ein - und Sie sind verzaubert. Christina Lux verfügt über genau dieses Talent (oder besser: die Gabe), die Hörer allein durch ihre Stimme in den Bann zu ziehen. Perfekt für kuschelige Abende, wenn der Herbstregen an Ihr Fenster klopft und Sie die Melancholie eines vergangenen Sommers genießen können.

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Gitarre&Bass 09/2007

Christina Lux ist eine großartige Gitarristin, Sängerin, schreibt intensive Musik und ist seit Jahren auf den europäischen Bühnen aktiv.

Wenn dann das fünfte Album "Pure&Live" heißt, und trotzdem mal wieder überrascht mit seinem minimalistischen Me-and-my-guitar-Ansatz, dann spricht das für Ausdruckstärke. Dynamik, Spannungsaufbau, dezente Klangfarben - das alles hat Frau Licht eben drauf, und das macht ihre Musik auch in dieser Kleinstbesetzung zu einem aufregenden, vielschichtigen Erlebnis. Man hört oft eine Band, wo keine ist.

Weitere Pluspunkte gibt es für das schön gestaltete DigiPack mit Booklet. Gelungen!

 

 

Westzeit

LUX - pure&live

Auf ihrem neuen Album besinnt sich Frau Lux wieder auf das, was sie am liebsten macht: Solo "kleine, aber fein, Konzerte" geben, ein wenig mit dem Publikum plaudern und sich ansonsten ganz dem Flow der Stücke hinzugeben. "Pure" ist somit Lux-typisch. Was bedeutet, dass die hier versammelten Stücke wieder sehr lang geraten sind -mit vielen improvisierten Ad-Lib-Scat-Passagen, wobei sich auch einige Teile auf Deutsch einschleichen.

Das Ganze ist gewohnt geschmackssicher eingespielt und aufgenommen und dass Christina sowohl auf der akustischen wie auch auf der Jazzgitarre eine gute Figur macht, erwähnten wir bereits anderweitig.

Ulrich Maurer

 

 

www.schallplattenmann.de

Christina Lux "Pure & Live"
Singer/Songwriter - Gewohnte Livequalität aus dem Hause Lux

Dass Christina Lux ein Händchen für brillante und satt tönende Liveaufnahmen hat, weiß man spätestens seit dem vorzüglichen
"Live" (2003). Jetzt legt sie mit "Pure & Live" nach und man fragt
sich ernsthaft, warum diese Frau nicht einem größeren Publikum bekannt ist.

Die Songs des aktuellen Studioalbums
"Coming Home At Last" (2006) zeigen ihre ganze Tragfähigkeit,
wenn sich Christina Lux hier ausschließlich auf Gitarre und Stimme verlässt.

Gemischt mit älteren Titeln und zwei neuen Songskizzen, die sie auf der Bühne ausformuliert, ist der Mitschnitt ein gelungenes Livealbum, das durch seine klangliche Brillanz und Intensität überzeugt
- für 'Rotwein- und Herbst-Hörer', Sänger und Gitarristen in gleichem Maße interessant.
[dmm: @@@]

 



Soulsite.de

Vor etwas mehr als seinem Jahr fand in Gochsheim ein Interview statt. Ein Keller-Restaurant, dicke Steine an den Wänden, kaum Platz für eine Bühne. Mittendrin Christina Lux, gerade am Aufbau ihres Bühnen-Equipments für die Abendveranstaltung. Viel ist das nicht, kommt ganz ohne Band, einzig ihre Gitarre und das unvermeidliche Mikro begleiten die Soulsängerin Deutschlands.

Auf "Lux - Pure & Live" präsentiert sie Lieder ihres letzten Albums "Coming Home" wie auch CD "Pure Love" (2001) und dem "Little Luxuries"(1999). Ähnlich wie die Studioalben ist auch diese Platte sowohl zum nebenbei Hören als auch zum intensiven Staunen. Die Reaktionen des Publikums kann man nur erahnen, einzig der Applaus am Ende der Songs zeugt von den Zuhörern Christinas. Und doch ist dieses Album noch mal eine Steigerung zu allem Vorherigen. "Love Is My Religion" etwa war schon immer ein Favorit, jetzt noch einmal schärfer, anfangs ruhig und dann in dritter Minute mit Lux´ Interpretationsgewalt mehr als grandios.

Es lohnt gar nicht, einzelne Höhepunkte wie etwa "Spät..", "Coming Home At Last" oder das sehr persönliche "Abuse" rauszupicken. Eine Meisterin der akustischen Kunst. Erwähnenswert sei hier nur noch, dass "Let The Water Get Still" und "Are You That Somebody" sind spontane Improvisationen der Sängerin, die nonstop am Komponieren ist. So eben auch bei der Live-Aufnahme für dieses Album.

Leider hat an besagtem Interview die Zeit nicht gereicht, um Christina auch live zu erleben. Für alle, die es verpasst haben oder das Konzert nacherleben wollen, empfiehlt sich "Pure & live" wärmstens.
Linda Könnecke


soundbase-online.com

Wer einen ersten Blick auf die Titelliste von „Pure & Live“, dem neuen Werk der
Singer / Songwriterin Christina Lux wirft, der wird möglicherweise einige bereits vertraute Songnamen entdecken, und der Verdacht drängt sich auf, dass es sich hier um eine Art Best of / Live Album handeln könnte.

Wer sich ein bisschen besser mit den Werken der Kasselerin auskennt, dem wird auffallen, dass sich noch dazu gut 95% der Titel aus dem 2006er Werk „Coming Home At Last“ rekrutieren und spätestens an dieser Stelle stutzen. Die Erklärung hierfür ist aber dann schnell gefunden, wenn man sich vorliegendes Album einmal genauer anhört und eben erwähntes Werk vielleicht noch parallel dazu in den Ohren hat.

Hier handelt es sich nämlich keineswegs um eine Neuauflage unter anderem Titel. Auf „Pure & Live“ präsentiert Christina Lux die Songs, die auf „Coming Home At Last“ für eine komplette Band arrangiert waren, in einer Art reduzierter Form. Alle Titel kommen roh und minimalistisch nur von ihrer Gitarre und ihrem Gesang getragen daher und bieten so viel Raum für Improvisationen, die zu den Stärken der Künstlerin gehören. Wer schon einmal das Vergnügen hatte, Frau Lux live auf einer Bühne bewundern zu dürfen, wird dies an dieser Stelle nur bestätigen können. Über alles kommen die Lieder auf diese Art ungeschliffener aber auch kraftvoller daher und verändern dadurch vereinzelt auch das vom 2006er Album bekannte Feeling, was „Pure & Live“ im Quervergleich zu einem wirklich spannenden Album macht.

Fazit: Es ist natürlich immer irgendwo ein Risiko, einmal veröffentlichtes Material in irgendeiner Form ‚wieder zu verwerten’, denn einige Fans werden sich möglicherweise in ihren Erwartungen an ‚neues’ Material enttäuscht sehen. Für „Pure & Live“ bedeutet dies, dass man sich schon überlegen muss, ob man quasi noch einmal Geld für bereits bekannte Titel ausgeben mag, meiner Meinung nach aber dürfte diese Platte dennoch eine lohnende Anschaffung sein, denn wie bereits erwähnt sind die Songstrukturen zwar einerseits in groben Zügen bekannt, aber in den Feinheiten, vom Groove und vom versprühten Feeling her sind deutliche Unterschiede wahrnehmbar. Mir jedenfalls gefällt es und ich werde die beiden Platten künftig häufiger im Wechsel hören – je nach Stimmung halt.

Autor: Katze

 

 



www.musenblaetter.de

Solo de Lux

Ihr voriges Album "coming home at last" war wie eine Eruption, der gewaltige Ausbruch einer gequälten Seele. Mit einer großartigen Band präsentierte Christina Lux zehn eigene Titel, die unter die Haut gingen. Was ich damals über die CD und ihre Inhalte geschrieben habe, gilt auch für "Pure & Live" - sozusagen ein im November 2006 in der Werkstatt Witten live aufgezeichnetes "Nachbeben" mit einigen zusätzlichen Epizentren - will sagen: einige Titel sind von früheren Alben übernommen, zwei sind während der Aufnahme improvisiert.

Wir erleben Christina Lux solo, unplugged, pur, erstklassig - eine Singer-Songwriterin der besten Schule, deren Timbre schon die halbe Miete ist. Ihr Fingerpicking ist respektabel. Christina Lux singt überwiegend in englischer Sprache und tut das gut, auch die Texte sind durchweg anspruchsvoll. Aber könnten sie nicht - ich wiederhole mich bewußt - nicht deutsch gesungen sein? Man muß nicht um jeden Preis nach dem anglo-amerikanischen Markt schielen, es gibt schließlich mehr als 100 Millionen deutschsprachige Mitteleuropäer. Andere Sänger und Sängerinnen haben derzeit mit deutschen Liedern und Chansons durchaus vorzeigbare Erfolge.

Abgesehen von dieser vielleicht sehr persönlichen Sicht auf das Problem der Anglisierung (nicht nur) auf dem Musikmarkt kann ich ihnen aber dieses Live-Album - auch wenn die Botschaft Christina Lux´ absolut nicht positiver und hoffnungsvoller geworden ist - empfehlen.

 

 

 

 

 

 

Kieler Nachrichten vom 13-8-2007

Grübelt viel und singt Eigensinniges:
Christina Lux im Lutterbeker


Lutterbek - "Man sagt mir nach, ich grüble zu viel", weiß Christina Lux. Im gut besuchten Lutterbeker teilt niemand diese Auffassung - und die Singer-Songwriterin selbst eigentlich auch nicht, denn das Grüblerische sei "ein genaues Hingucken und dabei nicht bitter werden, die Arme weit machen".

Sie singt mit einer Stimme, die im tieferen Timbre soulige Vibes schwingen lässt und darin zwar an amerikanische Trendsetterinnen wie Tracy Chapman erinnert, aber dennoch eigensinnig genug ist, den Singer-Songwriter Klangkosmos um die Gestirne Jazz und Chanson zu erweitern. Selbiges gilt für Lux' Gitarrenspiel, das die genre-üblichen Idiome einerseits reproduziert, andererseits aber um feinsinnig perkussiv pochende Picks ergänzt. Träume, die nirgendwo hin führen, sind doch auch Träume und auf dem Weg dahin darf man nicht nur wanken, sondern muss es sogar. Healing Waters heißt das Lied zu solcher Maxime und ist ein fröhliches, denn die darin fließenden Tränen sind heilsame.

Wie überhaupt alle Melancholie in Lux' Songs positiv gewendet scheint, indem nicht der Weg das Ziel ist, sondern das Ziel der Weg. Dafür wechselt sie vom lyrischen Englisch auch mal ins bei solch philosophischen Themen immer etwas idealistisch sperrig wirkende Deutsch. Auch das zergeht ihr allerdings auf der souligen, bisweilen auch keck gespitzten Zunge, denn "dieser Augenblick ist ein Mundvoll Glück" und "die Erlösung von der Unbeweglichkeit". Gerade das Vergängliche des Glücks macht das Glück aus.

In solchem Bewusstsein des Vergänglichen auch der Kunst geschieht freilich das Gegenteil: Lux' Songs sind Blitzlichter, die als Snapshots im foto-akustischen Langzeitgedächtnis bleiben. Kleine Welten tun sich auf, filigran in ihrer sanglichen und gitarresken Gestaltung, brüchig und gerade dadurch standhaft wie Felsen in der Brandung des Musik-Business. So wird aus Lux' lauschigen "Wohnzimmerkonzert" ein Erkenntnisereignis, das man getröstet mit nach Hause tragen kann, weil man es eben nicht Schwarz auf Weiß besitzt.


Von Jörg Meyer



 
Foto: Jörg Meyer
Liebe im gebrochenen Licht
Kieler Nachrichten vom 08.08.2007


Betörende Stimme, zurückhaltende Gitarre: die Singer-Songwriterin Christina Lux.

Lutterbek - "Love is my religion", singt die deutsche, aber konsequent englisch dichtende Singer-Songwriterin Christina Lux auf ihrem im Februar 2006 erschienenen Album Coming Home At Last. Ein Bekenntnis, das nicht unbedingt modern scheint. Gleichwohl weiß die 42-Jährige, geboren in Karlsruhe, aufgewachsen in Kassel, das "Thema Nummer Eins" allen Singer-Songwritings, ja, die Liebe, immer wieder in bittersüß prismatische Kaleidoskop-Farben zu brechen.

Kaum ein Song, der sich Eins zu Eins abhaken ließe, das zeigt auch ihr im September erscheinendes neues Album LUX - Pure & Live, dem sich im Internet unter http://www.christinalux.de in MP3-Clips schon lauschen lässt und das sie auf ihrer derzeitigen Tour, die sie auch in den Lutterbeker führt, präsentiert. Als "Wohnzimmerlauschkonzert" bezeichnet sie ihre Kollaboration "mit Gitarre und Bass, Elixir Strings und Lakewood Guitars" und das trifft wohl zu: Den Währnissen und Gefährnissen der Liebe lauscht es sich am besten im Wohnzimmer, für das der Lutterbeker sicher das geeignete Ambiente liefern wird. Oder sollen wir es "In sich Gekehrtheit" nennen, dieses Nachsinnen über die Hochzeiten und Abgründe des Liebens, die eben immer beides sind: bitter und süß? Zumal wenn wir als Hörer in diese licht-düstere Stimme sickern, in der sich das amerikanische Habit einer Tracy Chapman oder Joni Mitchell (so vergleicht die Presse) ebenso spiegelt wie etwas Chansonhaftes, eine Melancholie, die das Schicksalhafte sozusagen beim Schopfe packt.

Nehmen wir mal an, dass die Liebe nicht in Palästen blüht, sondern sich auf dem Sofa der Hütten des Wohnzimmers an den Liebenden abarbeitet, bittersüß bricht, dann sind wir bei Lux richtig belichtet. Liebe ist ein Alltagsding, und dem spürt sie nach. Das Rüstzeug dazu hat sie über viele Stationen erlernt - hier nur einige: 1978, Christina ist 13, haben ihre Musik liebenden Eltern die Band Guru Guru zu Gast. Initiation für Christina, sie greift zur väterlichen Gitarre und spielt Bob Dylan, Leonard Cohen und Neil Young rauf und runter - frühe Einflüsse, die noch heute in ihren Songs anklingen. 1989 singt Lux im Background-Chor von Jule Neigel, in den frühen 90ern singt sie bei der multikulturellen A-Cappella-Combo Vocaleros. 1997 erscheint ihr erstes Solo-Album She Is Me, 1999 gefolgt von Little Luxuries. Long John Baldry, Status Quo, Tuck & Patti und später auch Die Happy engagieren sie als Support. Eine inspirierende Ochsentour an der Seite von Größen, die die Singer-Songwriterin noch um einiges überragen. Doch solche "Schatten" schüttelt sie bald ab. Juni 2004: Auftritt in Kassel auf Augenhöhe mit Jazz-Sängerinnen wie Sidsel Endressen und Lisa Bassenge. Coming Home At Last, 2006, 2007 auch in den USA erschienen, ist Lux' Comingout im schwierigen Business der Singer-Songwriterinnen.

Mit einer betörenden Stimme und zurückhaltender Gitarre glüht seither das Lux der Liebe - in einer gewollten und gezielten Brüchigkeit, die unbedingt authentisch und wenn nicht erlebt, so doch durchlitten scheint.
Von Jörg Meyer

Der neue Tag, Weiden vom 2.7.07

Soul für Seelenverwandte

Großer Stimmumfang, große Gefühle - "Live im Stadtbad" startet voll durch
Weiden. (uz) "Ich war ein wenig skeptisch, ob das wohl klappen könnte, weil es da draußen so schnell unruhig werden kann." Christina Lux gibt nicht gerne Open Air Konzerte. Wegen ihrer warmen, gefühlvollen Stimme hat sie gehörigen Bammel, ihr Publikum "da draußen" nicht richtig erreichen zu können.

Da kannte sie allerdings die Schnittmenge noch nicht. Soul kommt auch von Seele. Und die "da draußen" sind Seelenverwandte. Der "Acoustic-Soul-Jazz" mit Christina Lux ist ein gelungener Auftakt zum diesjährigen "Live im Stadtbad"-Festival. Gab es am Nachmittag noch Befürchtungen, den Regenschirm mitschleppen zu müssen, gibt sich der Abend jetzt auf der Stadtbad-Terrasse von seiner trocken, gar milden Seite.

Die Musik tut dazu ein Übriges. Schnell wird klar: Diese Stimme, die in ihrer Qualität und Tiefe einer Tracy Chapman und mit ihrem glasklaren Ausdruck den Folksong einer Joan Baez erreicht, funktioniert nicht nur bei Soul-, Blues- oder Folk-Gourmets, sondern sie bekehrt auch Leute, die sonst gerne andere Hausmannskost bevorzugen. Ihre Gabe, Emotionen in Songs zu packen, spricht das Publikum an. Ihre Lieder kommen aus dem Herzen. Das spürt jeder sofort.

Alles wirkt rund und stimmig. Die Bänke sind voll besetzt. Bier und Rotwein schmecken köstlich. Vor beinahe jedem Stück gibt die hübsche Sängerin eine Einleitung zur Entstehung der Songs. Schöpft "Arms wide open" aus dem Seelenleben des amerikanischen Irakkrieg-Deserteurs und Buchautors Joshua Key, der heute im kanadischen Asyl lebt, und schickt mit "Best Friend" eine Hommage an den Blues-Musiker Chris Jones hinterher. Ihre Botschaft ans Publikum verpackt die Künstlerin in gefühlvolle Soulstrukturen. Großer Stimmumfang, große Gefühle. Politisch, besorgt, hoffnungsvoll: "Verbittert nicht! Bleibt innerlich weich."

Zuletzt gastierte die 42-Jährige vor zehn Jahren in der Max-Reger-Stadt, damals als sie mit der A-Cappella-Gruppe "Vocaleros" tourte und nebenan im Pavillon auftreten musste, weil es draußen schüttete.

Am Samstag ist sie mit Heiko Braun unterwegs. Der verfügte über ein ebenso großes musikalisches Potential wie seine Kollegin. Nur dass er hier für den Rhythmus zuständig ist. Für Cajon, Cajinto, Rasseln und Frame Drums. Kompetenz, die nicht nur auf der Kleinkunstbühne gefragt ist. Braun reist kommende Woche zum "Live Earth"-Benefizkonzerts nach London, wo er im Nachmittagsprogramm spielen wird.


Konzert vom 8.6. im KITO Bremen erschienen in der Norddeutschen vom 11.6.07

Innere Freiheit gewinnen und gegen den Strom schwimmen

"Die Welt ist voll von Leuten, die Überzeugungen haben", sagt die Sängerin und Gitarristin Christina Lux. Fundamentalismus jeglicher Form ist für die Künstlerin aber nicht nachvollziehbar. Weil das Thema sie dennoch beschäftigte "wurde ein Stück Musik daraus", wie sie erzählte. "Love is my Religion", hieß eines der Lieder, die sie am Freitag im Kito sang. Mit ihrer groovigen Stimme und ihren anspruchsvollen Texten begeisterte sie die Zuhörer.Innere Freiheit, gegen den Strom schwimmen und den eigenen Wert erkennen - all das ist ihr wichtig. Als eine Furcht vor der Freiheit bezeichnet die Songwriterin es, wenn Menschen es nötig haben sich auf feststehende Regeln zu berufen.
(sofern diese Menschlichkeit und Mitgefühl übergehen Anm. Lux)


Seit zehn Jahren tourt Christina Lux mit eigenen Songs in Englisch und in Deutsch. Rund 80 Solokonzerte gibt sie dabei im Jahr. Dabei schätzt sie besonders die, wie sie auf ihrer Homepgae schreibt, intime und berührende Stimmung solcher Konzerte. Immer wieder trifft sie dabei auf "echte Fans", wie sie in einem Gespräch erzählt. So auch im KITO, in dem sie bereits zum 5ten Mal auftrat.

Obwohl sie sich in ihren Liedern unter anderem mit Kindesmissbrauch und auch politischen Themen auseinandersetzt, bezeichnet sich die 42-jährige nicht als Protestsängerin. Vielmehr schreibe sie Lieder über Dinge, die sie beschäftigen. "Am Ende findet es einen WEg durch die Seele", sagte die Künstlerin.

Musikalisch bestach Christina Lux durch ihr bemerkenswert breites Spektrum. Soul, Jazz und groovigen Funky-Folk brachte sie dabei stark zum Ausdruck. Sie zog das Publikum in den Bann. Ob laut oder leise, klang ihre Stimme sehr entspannt und trotzdem überzeugend. Auch ihr Scat-Gesang beeindruckte. Wunderschöne zwei Stunden bescherte sie dem Publikum, trotz der gefühlten 35 Grad Celsius, die im KITO herrschten. Die Zuschauer schwitzten dabei im Sitzen, die Sängerin musste sich in der Pause umziehen.

 

 

 

 

Konzert vom 8.6. im KITO Bremen erschienen im das BLV-Wochenzeitung

Den "Mund voll Glück"

Kito: Christina Lux überzeugte mit ihrem "Acoustic-Soul-Jazz"

Mit Christina Lux stand vergangenen Freitagabend eine Liedermacherin auf der Bühne des gut besuchten KITO, die ihren WEg gefunden hat und durchaus authentisch, ehrlich und überaus überzeugend rüberkam. Die klare, überaus präsente Stimme der deutsch,-und englischsprachig singenden Musikerin fesselte von der ersten Minute an das Publikum, das sich zurücklehnte, die gesellschaftskritischen Bemerkungen der nachdenklich und zugelich zuversichtlich wirkenden Frau auf sich einwirken ließ und die gekonnt vorgetragenen Soulphrasierungen ebenso genoß, wie die abwechslungsreichen Gitarrenriffs.

Es ging los mit dem Titelsong ihrer aktuellen CD ("Coming home at last" ), die jetzt auch in Amerika erschienen ist, sowei jenem religionskritischen Song, der jenseits des großen Teiches vermutlich nicht so populär sein wird: "Love si my religion" als Antwort auf Fundamentalisten, die es in allen Lagern gibt und die von ihrer einzig gültigen Wahrheit so überzeugt sind.

IM Konzertverlauf erleben die KITO-Besucher auch die deutsch-sprachige, sehr lyrische Liedermacherin, die "inmitten meiner Schatten" sehr persönliche Fragen aufwirft oder den "Mund voll Glück" besingt. So formuliert sie Gedanken, die sich in den Köpfen der Zuschauer festsetzen, während auf der Bühne die Songs bereits als Jazz-Nummern ausklingen.

Dann zaubert sie auf ihrer Konzertgitarre oder der halbakustischen Gibson, erhebt ihre plötzlich tiefschwarz klingende Stimme im Stile einer Soulgröße oder scattet nach Art ihrer Jazz-Vorbilder, mit denen sie durchaus mithalten kann.

ZU den Höhepunkten des abwechslungsreichen und kurzweiligen Abends zählte das groovige Stück "Healing waters", bei dem sie außerordentlich virtuos ihr Publikum mitreißt. In den beiden Zugaben zeigte sie nochmals, wie vielseitig sie ist: Nach der funkigen Nummer "Free" beschließt sie den Abend mit dem melancholischen "Spät".

Westdeutsche Zeitung vom 21.5.07

Christina Lux zu Gast in der Alten Druckerei:

Die Sängerin beeindruckt mit starken Texten - und mit viel Gefühl
Begeistert in Kaldenkirchen: Christina Lux.

Kaldenkirchen. Mit einer Mischung aus Blues und Soul verzauberte Sängerin und Songwriterin Christina Lux am Freitagabend bei ihrem Konzert in der Alten Druckerei. Nur mit ihrer dunklen, sinnlichen Samtstimme und einer Gitarre zeigte sie eine Präsenz, die das Publikum in ihren Bann zog.
"Wow, was für eine Stimme", wurde getuschelt, als die blonde Frau ans Mikrophon getreten war. Mit einem - für viele unerwartet - tiefen Alt begrüßte Lux die rund 230 Gäste, die der Einladung des Kulturkreises der Wirtschaft Nettetal gefolgt waren. Mit "Coming Home At Last", dem Stück, das ihrem aktuellen Album den Namen gab, eröffnete die 41-jährige Sängerin das Konzert.

Und nach den ersten Tönen wurde klar, dass sie ihre tiefe Stimme einzusetzen weiß. In ihren Balladen verzückte sie mit melancholischen, leisen, nur gehauchten Tönen. Dann wiederum sang sie leidenschaftlich und kraftvoll. Ihre Stimme und ihren Atem nutzte sie gerne auch als Rhythmus-Instrument, indem sie die ausgestoßenen Silben zu Trommelschlägen werden ließ.
Ein Wechselbad der Gefühle, das durch ihr Spiel mal an der akustischen, mal an der elektrischen Gitarre ergänzt wurde. Von zärtlich streichelten Bewegungen über die Saiten bis hin zum kraftvollen Trommeln des Rhythmus. Mit dem ganzen Körper spielte sie ihr Instrument, gab durch Bewegungen neue Klangimpulse.

Sowohl in den Texten ihrer Lieder als auch in ihren Erzählungen gewährte Christina Lux den Zuhörern sehr emotionale und persönliche Einblicke in ihr Leben. Poetische Gedanken wurden ergänzt von dezenter, aber ausdrucksstarker Mimik und Körpersprache.
Oft geschundene Phrasen erhielten in den Lux-Liedern eine Bedeutung. Auf den ersten Blick banal klingende Titel wie "Love is my religion" beinhalten neben Hoffnungen und Träumen auch satirische Spitzen auf die Religionen dieser Welt, die sich zu oft auf Nebensächlichkeiten fixieren. Hatte Maria Sex? Hasst Gott Schwule? Einflüsse von Gospel sind in diesem Stück zu hören.

Bei so vielen Facetten fiel es oft schwer zu entscheiden, ob man dem Text, der Technik des Gitarrenspiels oder dem wunderschönen Gesang mehr Aufmerksamkeit schenken soll.
Die Galerie in der Alten Druckerei war für ein solches Konzert eine passende Umgebung. Ein schnörkelloser Raum, sodass das Hauptaugenmerk der Sängerin gelten konnte. Lediglich die lebensgroßen Figuren von Peter Nettesheim sorgten bei Publikum und Akteurin gleichermaßen für Ablenkung: "Ich denk immer, da steht einer. Warum setzt der sich nicht?", lachte die Künstlerin.


Dresdner Neueste Nachrichten vom 27.4.07

Lieber poetisch als plakativ
Christina Lux präsentierte großartige und platte Songs

Die Stimme überzeugt vom Ersten- nahtlos aus dem Sprechen hervorgehenden, gesungenen- Ton an. Berührt sofort. Erste Assoziationen zu Carole King. Christina Lux' Englisch ist absolut akzentfrei -was vielleicht mit ein Grund dafür ist, daß ihre CD "Coming Home At Last" demnächst auch in den USA erscheint.

Sie begrüßt das Publikum im Societätstheater mit dem Titelsong der CD, und man hat sofort den Eindruck: Coming home zum Publikum. Die Lux ist eine der Musikerinnen, die es wirklich lieben, live zu spielen das spürt man von Anfang an.

Wie sie über ihre Stücke spricht, das stellt einen persönlichen Bezug zu den Zuhörern her, den andere nicht so einfach bekommen. So erzählt sie, daß sie an manchen Tagen von Nachrichten "überflutet" sei, und dabei trotzdem weich bleiben wolle und den "Blick wagen" -mit "Eyes wide open". (der Song heißt natürlich "Arms wide open"...Anm.Lux)

Zweite Assoziation: Joni Mitchell. Wie sie da ihr gegenüber in beschwörendem Ton versucht "if you knew all of me...". Aber auch sich selbst unbequeme Fragen stellt: "Could I become a racist too?". Sehr intim ist das, steigert sich zum Ende des Songs in gehetzte, getriebene Akkorde der akustischen Gitarre, mit der sie allein auf der Bühne steht.

"Love is my Religion" entstand nach einem E-Mail Wechsel mit einem so genannten Christen, der ihr gegenüber Werte und moral festlegen wollte. Dogmen werden zitiert: "Mary never had sex, God hates gays", die musikalische Antwort ist in diesem ziemlich plakativen, textlichen Kontext angenehm spielerisch, variantenreich. Zum Schluss mündet die Melodie in einen angedeuteten Gospelgesang. Lux schwenkt ins Deutsche über -und damit wird dann das doch etwas platte sehr deutlich.
Und damit sind wir mitten in der Problematik: Die Qualitäten der Künstlerin unbenommen, wirken manche der Stücke doch durch ihre Texte zu banal. Lux will etwas sagen - und das ist wunderbar.
Wenn sie es mit poetischen Zeilen sagt, wie in einem zarten Song über von Pädophilen gequälte Kinder - dritte Assoziation: Tracy Chapman - dann passt alles, ist man wirklich berührt, angerührt.

Wenn der Text jedoch eher den Charakter eines Pamphlets hat, dann zerstört sie selbst die Magie der Musik. Nahezu peinlich wird das in einem Stück, dass von Therapeutenfloskeln nur so überquillt.: "It's not mine - I give it back to you". (gemeint sind schlechte Gefühle) und "without trust love cannot be". Das zu einer eher schlichten Melodie. Nein, das ist esoterische Mondanbetung, aber nichts für Musikliebhaber.

Es geht doch viel besser: Auch "Healing Water" erzählt eine Geschichte über Gefühle, aber sanft und doch kraftvoll, mit einer schönen, zwischenzeitlich sehr hohen Gesangstimme. Die Melodie ist auch hier schlicht, aber schlicht-schön. Und auch die Überlegungen über die eigene Familie in einer TV Serie sind anrührend, bewegend, auch musikalisch überzeugend.

"Could you become your own best friend?" - das sind Fragen, die die nötigen Widerhaken haben; gestellt nach anfänglichen groovy Lautmalereien zu einzelnen Gitarren-Tönen. Das kann man minutenlang zelebrieren, ohne das Publikum einmal vom Haken zu lassen. Also: Die -richtigen!- -aber allzu eindeutig platten Botschaften doch lieber per Telegramm, alles andere immer wieder gerne.

Beate Baum

Iserlohner Kreiszeitung vom 21.2.2007

Klare und kritische Worte mit samtiger Stimme
Christina Lux verzauberte Konzertbesucher im Jugendzentrum
Iserlohn. (ch)

"Ich habe wieder eine Menge zu erzählen", sagte Christina Lux. Kerzenlicht tauchte den Konzertsaal im JugendzentrumKarnacksweg in Dämmerlicht nd die ersten Töne der Gitarre durchfluteten den Raum. nd Christina Lux erzählte.

Mit samtiger Stimme und ungezwungener Leichtigkeit zeigte sie, was sie in den vergangenen Jahren, seit ihrem letzten Auftritt in Iserlohn, bewegt hat. Christina Lux verzauberte die Zuschauer mit ihrem Auftritt. Dabei hat sie auch viele gesellschaftskritische Themen in ihr neues Album "coming home at last" einfließen lassen, ohne dabei
in Schwermut oder Melancholie zu verfallen.
Dazu die Künstlerin: "Die Medien haben mich in der letzten Zeit am meisten beschäftigt. Ich habe selbst eine 15-jährige Tochter. Um es kurz zu machen, ich finde es schlimm, womit die jungen Menschen heute umgehen müssen. Damit sind nicht nur die Bilder des Kriegs auf CNN gemeint Vor Dieter Bohlen müsste man ein riesiges Stoppschild hängen! Wie kann man jemandem einreden, er habe gerade die Chance seines Lebens, ein Star zu sein, verpasst? Mit 16 Jahren.
Und da würde auch der kurze Rock nicht helfen! Das finde ich unmöglich."

Mit ihren klaren Worten zu bestimmten Dingen, wie zur Frage der Instrumentalisierung von Religion ist sie bereits mehrfach angeeckt. So erklärte ihr der Vertrieb ihres neuen Albums, einige US-Labels würden "so ihre Probleme mit dem Inhalt haben."
(nicht die Labels, sondern der Vertrieb des Labels hatte so seine Schwierigkeiten, ob denn alle Händler die CD so einstellen würden Anm.Lux)

Doch Christina Lux setzte sich durch und thematisierte beispielsweise die Bush-Politik. Genau so, wie den Kindesmissbrauch, dessen Opfer sie selbst als junges Mädchen wurde. Damit ist ihre Musik Teil einer Art eigenen Therapie, über die sie nicht nur sich, sondern auch anderen helfen möchte.

Doch wie im letzten Album drückte die der Philosophie des Buddhismus zugeneigte Christina Lux auch wieder ihre positive Einstellung zum Leben aus. "Die Enttäuschungen im Leben der meisten Menschen werden immer größer. Sowohl
materiell als auch ideell. Auch ich musste mich im Februar 2006 der Frage stellen, ob ich zugunsten der Verkaufszahlen eventuell einige Songs nicht in die USA bringe. Aber letztlich wurde auch das unveränderte Album ein großer Erfolg. (Es wächst noch :-) Anm.Lux) Und das zeigt mir, dass der kleine Weg jedes einzelnen zwar steinig ist, aber insgesamt doch nach oben geht."

Christina Lux stellte ihr neues Album im Jugendzentrum am Karnacksweg
vor. Foto: Hübenthal

Etwas frei zitiert, nicht ganz getroffen, was ich gesagt habe - nun denn....
Christina Lux