HNA Kassel vom 1.12.2006

Gefühlvolles Heimspiel
Christina Lux sorgte im Schlachthof für berührende Momente

von Steve Kuberczyk Stein

Irgendwie sah man es Christina Lux an, dass dieser Auftritt für sie Nestwärme bedeutete. Mit den Worten "Tut gut, daheim zu sein", eröffnete die in Kassel aufgewachsene und von Kritikern oft mit Tracy Chapman verglichene Künstlerin ihr Konzert im gut gefüllten Kulturzentrum Schlachthof.

"Coming Home At Last" (Endlich nach Hause kommen) ist auch ihr neues Album betitelt, und zu ihrer Freude wird es im Februar 2007 auch in den U.S.A erscheinen. Wie zu erwarten wurde es ein typischer Lux-Abend. Durch's schlichte Outfit strahlten ihre Authentizität und amazonenhafte Gefühlsstärke. Zwischen Soul, Balladen und einem musikalischem Blinzeln in Richtung Jazz lässt sich das neue Album kategorisieren.

Christina Lux singt von Zeiten, in denen sich die, wie sie über sich selbst sagt, "notorische Grüblerin" aufsetzt, um "hinzuschauen", "obwohl ich das, was ich sehe manchmal kaum ertragen kann". Für die charismatische Künstlerin, die es so glaubhaft versteht, ohne jedes Pathos mit dunkler, sinnlicher Samtstimme ihr Innenleben mal zart, mal kraftvoll nach außen zu kehren, müsste es eigentlich eine eigene Kategorie geben.

Das Publikum lauschte fast magisch-gebannt dieser großartigen Songwriterin. Begleitet wurde sie vom versierten Marius Goldhammer am Bass und dem einfühlsam agierenden Stefan Emig an den Drums. Starker Applaus.


Hildesheimer Allgemeine Oktober 2006

Alles außer gewöhnlich
Christina Lux und Band in der Bischofsmühle

HILDESHEIM. Wie eine Zuschauerin es nach dem Ende des Konzertes bemerkte: "Sie macht in einem kleinen Club Musik für die große Bühne." Besser hätte man das Konzert von Christina Lux in der Bischofsmühle nicht zusammenfassen können. Alles außer gewöhnlich schien das Motto des Abends zu sein.

Zugegebenermaßen gibt es kaum eine breitere Spielwiese als das Genre Singer/Songwriter. Aber nur wenige nutzen diese Freiheit so konstruktiv, experimentell und doch für die breite Masse tauglich. Der Kölnerin Christina Lux kommt mit Sicherheit zugute, dass ihre bevorzugten Musikrichtungen Soul und Jazz sind. Aus dieser Kombination heraus entsteht die ganz besondere Atmosphäre, die sie mit Stimme, Gitarre und ihren Begleitern in den Raum zaubert.
Geradezu unverschämt dabei ist ihre Präsenz auf der Bühne. Die Sängerin schafft es, den ganzen Raum in Bann zu schlagen. Und das mit einer Macht, die sogar die von ihr in einer Moderation verarbeitete "clubartige Unruhe" auf ein leises Säuseln herunterdreht.

Wohltuend anders sind auch ihre Songs, die nicht nur vom allgegenwärtigen Thema Liebe in diversen Variationen erzählen, sondern auch mal unangenehme Themen anpacken und auf gleichsam mitreißende wie ernsthaft-eindringliche Weise verarbeiten. "Abuse" ist so eine Nummer, die davon erzählt, wie der Missbrauch ein ganzes Leben prägen kann und auch trotz aller Verdrängung sich Bahn bricht, auch wenn es Jahre später ist. Das Spiel zwischen dezenten Strophen und funky Chorus hat seinen ganz eigenen Reiz. Aber auch die anderen Stücke der neuen CD "coming home at last" haben es musikalisch ganz schön in sich, wie das Trio auf der Bühne bewies.

Heiko Braun am Schlagzeug und Marius Goldhammer an den Bässen sind viel mehr als einfach nur Begleiter für Christina Lux. Dass zwischen den dreien die Chemie nicht nur musikalisch stimmt, ist das gesamte Konzert über zu sehen, zu spüren und zu hören. Durch das genial groovende Zusammenspiel und die wunderschönen Arrangements bekommt jeder Song seinen eigenen Charakter. Musik und Text werden zur lyrischen Einheit, zum poetischen, sinnlich erfahrbaren Erlebnis. Dass sie dabei manchmal zwischen englisch und deutsch wechselt, wirkt nicht aufgesetzt, sondern eher noch authentischer.

Lux' Stimme durchschreitet im Laufe des Abends das gesamte Spektrum von hauchen bis shouten, von Soul bis Rock, von zärtlich bis zerstörend. Und auf diesem Weg begleiten sie Goldhammer und Braun. Bis in den letzten Pinselstrich hinein (womit nicht Brauns Schlagzeugspiel gemeint ist) vervollkommnen sie Stück um Stück. So kann aus Handwerk
Kunst werden.

Dass all diese Gedanken nicht einfach nur intellektuelle Höhenflüge sind, belegt die Reaktion des Publikums, das aus dem Klatschen und Ergriffensein gar nicht mehr rauskommt. Was nicht zuletzt auch daran liegt, dass Lux und Band hervorragend abgemischt sind. Jedes einzelne Wort ihrer Texte ist zu verstehen und die dezente Lautstärke aller Instrumente macht es möglich, auch in lauten Passagen nicht auf die Ohren zu gehen.

Schlagzeuger Braun und Bassist Goldhammer glänzen eh schon in jedem Song, aber in einem dürfen sie dann auch mal ran und zeigen, wie man ganz unaufgeregt und ohne Hochleistungstechnik ein schönes Solo hinlegen kann. Mit mehr Zugaben als eigentlich eingeplant endet der Abend, der das Publikum mit der Erkenntnis nach Hause gehen lässt: Zum Leben braucht man "Lux und Liebe satt".
ohl

Appelle an die Gradlinigkeit
Singer-Songwriterin Christina Lux spielt im "Flörsheimer Keller"

Christina Lux appellierte bei ihrem Gastspiel im "Flörsheimer Keller" an die Gefühle.

FLÖRSHEIM Gänsehautfeeling im "Flörsheimer Keller", voller Intensität, voller Gefühle, ausgedrückt in Songs zwischen Jazz und Soul: Sängerin, Gitarristin und Komponistin Christina Lux zog rund 80 Zuhörer am Samstag mit ihrem sanften bis leidenschaftlichen Timbre ihrer Stimme und zarten bis kraftvollen Gitarrentönen in ihren Bann. Ihre musikalischen Appelle an Lebensgefühl aus dem Bauch, an Gradlinigkeit und kritische Selbstbetrachtung fesselten, entrückten und rissen mit.
Ohne Bühnenshow-Effekte, nur mit einem Stuhl, einer akustischen und einer elektrischen Gitarre sowie einem Mikrofon ausgerüstet, kamen Stimme und Ausstrahlung um so wirkungsvoller, echt, ehrlich und authentisch beim Publikum an.

Die Songpoetin, die 1965 in Karlsruhe geboren und in Kassel aufgewachsen ist, hatte sich mit 13 Jahren auf dem alten Instrument ihres Vaters das Gitarrespielen selbst beigebracht. "Damals war ich auf der Suche nach Wahrheit und Gerechtigkeit und wollte die Welt retten": Immer wieder erzählte sie im Plauderton von ihren Gedanken, Fragen, Überzeugungen, die sie zu ihren Texten inspiriert haben, wie "Love is my religion" oder "Coming Home at last", gleichzeitig Titel ihres neuen Albums. Mal ist es Sehnsucht, mal Protest, mal Wut, die ihre Songs durchströmen, mitreißend durch das facettenreiche Spiel mit den Saiten, der Stimme, der Mimik und Körpersprache.

"Bin ich nur dann jemand, wenn mir andere das sagen", fragte sie und leitete so zu ihrem Stück "Are you somebody" über, oder sie erzählte von einer Begegnung in London mit "Jungs, die echt groovten", wo sie mitspielte und sich glücklich fühlte und dann dieses Glücksgefühl mit dem Titel "Free" durch den Keller strömen ließ.
Nur selten singt Christina Lux (übrigens kein Künstlername) in Deutsch, weil man das Emotionale im Leben auf Englisch besser ausdrücken könne, verriet sie bereits bei ihrem Konzert vor zwei Jahren in der Mainstadt. Sie war sechs Jahre lang mit einem Amerikaner verheiratet, und denke und schreibe heute noch in Englisch. Im kommenden Jahr werde ihr neues Album in den USA rauskommen, worauf sie sehr gespannt sei.

Und lächelnd fügte sie an: "Es gibt nicht den Deutschen oder den Amerikaner, aber es gibt George W." - und prompt ließ sie ein Stück über das Weinen folgen. Sie hatte es an diesem Abend mal wieder geschafft, menschliche Nähe zum Publikum aufzubauen und wurde mit begeistertem Applaus belohnt.

vom 02.10.2006 von Elke Flogaus erschienen in der Mainspitze

 

Saarbrücker Zeitung März 06

 

SuperIllu Feb 06

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LUX-uriöse Lieder LZ Wiesbaden vom 12.2.06

Christina Lux macht live und auf dem neuen Album "Coming home at last" besondere Musik.
Wäre die (Musik)-Welt gerecht, wäre Christina Lux schon seit Jahren da, wo die Norah Jones und Katie Meluas dieser Welt seit einiger Zeit sind - live auf den großen Bühnen, mit ihren Cd's in den Charts. Aber die (Musik)-Welt ist nicht gerecht. Was allerdings garnicht mal nur schlecht sein muss.

Weil die Welt nämlich nicht gerecht ist, ist Christina Lux seit Jahren und Jahrzehnten auf eher kleinen Bühnen der Republik unterwegs und ihre CD's verkauft sie an eine zwar eingeschworene und verlässliche aber doch eher überschaubare Fangemeinde.

Dass ist schlecht, weil es der Qualität dieser einzigartigen Sängerin,-Gitarristin und Songwriterin nicht gerecht wird. Das ist ihren Fans und Freunden garnicht so unrecht, weil alle die, die um die außergewöhnlichen Qualitäten der Christina Lux wissen, diese in der Regel ganz nah und direkt, im intimen Rahmen genießen können. Hat man einen besonderen Musikgeschmack, behält man den ja schließlich am liebsten für sich alleine oder teilt ihn bestenfalls mit seinen besten Freunden.

Wie ein bester Freund ist auch die Musik von Christina Lux. Wie ein so guter Freund, den man nicht ständig sehen muss, um sich des Wertes der Freundschaft bewusst zu sein. Der auch nach Jahren plötzlich wieder auftauchen kann und man hat das Gefühl, als hätte man nur einen Moment nichts voneinander gehört. Weil man sich vertraut und sich vertraut ist, weil da diese berühmte "gemeinsame Wellenlänge" ist, die die Freundschaft so gleichermaßen selbstverständlich wie besonders macht.

Damit wir uns nicht falsch verstehen. Christina Lux- diese Frau, die (nicht nur stimmliche) Power hat, diese aber nicht als Etitkett vor sich herträgt - ist keine Künstlerin, die in der hintersten Kellerkneipe vor drei Leuten die Gitarre zupft. Wenn sie, wie jetzt am Samstag in das für ihre berührende intensive Musik wie geschaffenene Walhalla Theater kommt, dann dürften die rund 100 Plätze schon alle belegt sein. Und wenn dann irgendwann und auf jeden Fall viel zu früh das Konzert zu Ende geht, dann dürften viele Konzertbesucher zu Christina gehen und sich -so sie diese noch nicht haben- ihre neue CD "Coming Home At Last" kaufen.

Ein Album, das für die Künstlerin nach eigener Aussage ihr "Meilenstein, etwas Ausgesprochenes, ein Stück Himmel, ein Koffer zum Weiterreisen" ist. Ein Album, das die Zuhörer mitnimmt -auf gedankliche Reisen in unendliche Weiten und dann doch wieder nach Hause. Ein Album voller bekanntem Lux-us: gefühlvoll, kraftvoll, persönlich, politisch, verletzlich, traurig, fröhlich humorvoll, besorgt, hoffnungsvoll - fast so wie das Leben.

 

 

 

Macondo Januar 06

 

Nürnberger Nachrichten vom 19.5.2006

Sinnliches zum Abheben
Es war einer jener Momente, die sich unverhofft und rasend schnell entwickeln. Die größer werden und am besten nie enden sollen, weil sie so perfekt sind: Christina Lux in der Nürnberger Katharinenruine beim Bardentreffen. Um sie herum lagern, sitzen, stehen eng gedrängt Menschen, so bunt in ihrer Art wie all die Gedanken und Träume, die gerade fliegen lernen. Heiße Sonne, tiefe Ruhe, in die sich eine Stimme legt, die Emotionen und Erinnerungen weckt, tief Vergrabenes, längst Vergessenes freilegt.

Christina Lux beherrscht diese Kraft nicht nur live: Ihre kürzlich erschienenes und gemeinsam mit Matthias Krauss produzierte CD " Coming Home At Last" ist nichts für den schnellen Verzehr. Sie bannt, sie fordert, hüllt ein und mahnt, sie berührt. Melancholisch sind viele der Songs, dabei voll Rhythmus und Energie. Lux schreibt Texte, die man nicht überhören sollte und dank ihrer Aussprache ist ihnen auch ohne Booklet zu folgen. AcousticSoulJazz zum Abheben und Bodenhaftung behalten gleichermaßen. Bittere Poesie und intensive Hoffnung serviert Christina Lux
mühelos nebeneinander.

Sie selbst sagt über "Coming Home At Last" es sei ihr "Meilenstein, etwas Ausgesprochenes, ein Stück Himmel, ein Koffer zum Weiterreisen".
Wie stark die Interpretin mit der sinnlichen Stimme und dem sensiblen Gitarrenklang jedoch zu fesseln vermag, offenbart sich nicht zuletzt, wenn sie doch einmal deutsch singt, in "Abuse" einem Song über Kindesmissbrauch und im letzten Song "Spät", in dem sie den bittersüßen Moment einer "Long-Distance" - Beziehung beschreibt. Wenige Worte reichen, um komplett einzutauchen. Direkt und vorsichtig, aufwühlend und entspannend - Christina Lux gelingt jene gegehrte Melange der Gegensätze.

Anabel Schaffer

 

 

 

 

Coming Home at last
von Daniela Krebs

Eindringliche Melodien und eine wunderbare samtige Stimme: Die neue CD von Christina Lux schwingt sanft durch die Gehörgänge. Eine gesangliche Leistung, der mensch nicht widerstehen sollte. Obwohl der Titel "Coming Home at last" eher optimistisch klingt, sind die zehn Lieder auf Christina Lux’ Album alles andere als fröhlich und zuversichtlich.
Die Songs sind tiefgreifend und intensiv. Sie sprechen bewegende Themen an, die die Zuhörerin begeistern.
Ihre ausgeprägte weiche und durchdringende Stimme, die dennoch leicht zerbrechlich wirkt, passt hervorragend zu ihrem stimmungsvollen Spiel auf der akustischen oder der E-Gitarre. Mensch hört Christina Lux einfach gerne zu.

"She was a little girl - Her skin so soft and smooth, she had the cutest smile – until it was removed, by a man who thought it was just right, to have some fun with a little child.""Abuse" ist ein besonders intensives Lied. Christina Lux erzählt von den seelischen Qualen missbrauchter Kinder und Frauen. In Englisch und Deutsch singt sie davon, was Menschen anderen antun und dass manche Wunden eben nie vollständig heilen. Christina Lux verleiht in diesem Song ihrer Stimme besonders viel Ausdruck, sie spiegelt Traurigkeit und Wut wider, jedoch auch Hoffnung. Zum Abschluss des Songs hört mensch ein kleines Mädchen leise ein englisches Kinderlied singen...

"Sieh die Jahre gehen vorbei, die Erinnerung verweht, das hilft zu überleben, doch sie kehrt zurück zu dir, schleicht sich durch die Hintertür, in den Armen deiner ersten Liebe, wirst du sie wieder spüren..."

Dabei sind durchaus nicht alle Lieder traurig und bedrückend, ihre Songs spenden auch Hoffnung. "To the world" handelt von der Möglichkeit, Worte an die ganze Welt zu richten und dadurch Liebe zu verbreiten und anderen Menschen zu helfen. Und "Healing Waters" gesteht ein, dass mensch ruhig einmal weinen kann, um damit Trauer überwinden zu können und besser mit den Problemen umgehen zu können. Schließlich sind Tränen "heilendes Wasser".

Von den ersten Tönen an ist mensch mitgerissen. Auch wenn nicht auf den Text geachtet wird sind die Lieder von Christina Lux ausdrucksvoll und bewegend. Durch die reine Wirkung der Melodie und ihrer Stimme kann sie genug Kraft und Spannung erzeugen, von der mensch sich einfach mitreißen lassen muss.

Das Coverfoto, sowie die anderen Fotos wurden von Jim Rakete aufgenommen, einem langjährigen Freund und Unterstützer von Christina Lux. Vor zwanzig Jahren trafen sie sich das erste Mal und für dieses Album hat er sie wieder fotografiert. "Jim ist eine Station auf meiner Reise und ich freue mich sehr, dass er bei diesem Album dabei ist."

"Coming Home at last" ist bereits das sechste Album der Sängerin. Christina Lux veröffentlichte zwei Alben mit dem Vocal-Ensemble "Vocaleros", spielte im Support von Tuck+Tatti, Paul Young, Status Quo, Laith Al Deen und Die Happy. Bisher hat sie den großen Durchbruch jedoch nicht geschafft. Es ist zu hoffen, dass es ihr mit diesem Album gelingt.

AVIVA-Tipp: Musik, die unter die Haut geht. Schon bei den ersten Klängen fühlt mensch sich eigenartig verbunden und gleichzeitig wie aus der Seele gesprochen. Christina Lux’ Texte sind mehr als bloße Poesie, ihre Worte bewegen und bereichern die Zuhörerin. Gefühle werden von Christina Lux` Album hervorgerufen, die verwirrend, intensiv, anstrengend, mitreißend und wunderschön auf einmal sind.

 

 

 

Christina Lux. Coming Home At Last
(Prudence/Rough Trade)

War Christina Lux in den letzten Jahren auf der Suche nach einem - imaginären - Zuhause? Der Titel ihres neuen Albums legt diese Schluss nahe. In den vergangenen Jahren stand die in Kassel lebende Singer/Songwriterin tagein, tagaus auf zahllosen kleinen Clubbühnen im In- und Ausland. Mit ihrem neuen Album liefert sie jetzt ein überzeugendes, sehr persönliches Statement ab. Trittsicher bewegt sich Lux mit ihrer Band zwischen Folk und Funk, scheut nicht vor dem Einsatz von Elektronik zurück und mit ihrer sinnlichen, warmen und seelenvollen Stimme transportiert sie die Inhalte ihrer ehrlichen und persönlichen Texte. Darin beschränkt sie sich auf das Wesentliche, Metaphern und Bilder kommen nur sparsam zum Einsatz und Pathos ist wohl überlegt gesetzt. Kompromisslos und knapp bündelt sie ihre Worte, um die Kernaussagen freizulegen. Und selbst die auf deutsch gesungenen Parts in einigen ihrer Songs haben nichts mit Schlagerkitsch und Chansonseligkeit gemein. Willkommen daheim, Christina.

©Martin Laurentius, Jazzthing 62

 

WOM Journal Februar 06

 

Ein Album wie ein Schrei von Frank Becker
Booklet und Jewelcase zeigen Christina Lux nur zweimal mit einem fröhlichen, gelösten Gesicht. Wie in ihren Texten überwiegt auch auf den Fotos der ernste, ja tief verletzte Ton eines Menschen, der seinen Ängsten und Erfahrungen lauscht, sie in bedrückende Worte und Klänge faßt. Was ist im Leben einer Frau geschehen, die so unendlich traurige Lyrik schreibt, in der Kindesmißbrauch, ungestillte Sehnsucht nach Liebe und Mißtrauen gegenüber Gott und den Menschen eine zentrale Rolle einnehmen? Nichtsdestoweniger ist "coming home at last" ein beeindruckendes, starkes Album, das von der Einheit, die Musik und Texte eingehen, von der Ausdruckskraft der Stimme und dem zurückhaltenden Einsatz der in hoher Qualität vorhandenen Instrumentation lebt.

Zehn Stücke hat Christina Lux geschrieben, die trotz des optimistischen Album-Titels alles andere als Hoffnung spendend sind. Dennoch hört man ihr gerne zu, ihrem stimmungsvollen Spiel auf akustischer und E-Gitarre, ihrer spröden, dennoch vollen Stimme, die stets Zerbrechlichkeit durchklingen läßt. Man kann sich im Klang treiben lassen, wenn man einfach mal nicht auf die Worte achtet, wird aber sogleich zurück in Lux´ harte Wirklichkeit geholt, wenn man den Texten lauscht. "Abuse", "Man Without A Face" oder "Endless Fall" sind zutiefst verstörende Lieder, die sich einprägen, zumal man sie neben allen anderen im Booklet mitlesen kann.

Schade erscheint mir, daß Christina Lux trotz dem notwendigen Blick in Richtung internationaler Markt nicht mehr Texte in deutscher Sprache geschrieben hat. In den beiden einzigen "Abuse" und dem Schlußtitel "Spät", die sie in ihrer Mutterprache vorträgt, ist nämlich augenblicklich und spürbar mehr Tiefe zu fühlen. Man lebt eben doch in seiner Sprache, was hier sehr deutlich wird.


©OMM Online Musik Magazin Review zu Coming Home At Last

Bietigheimer Zeitung vom 22.4.06

Panorama in Minimalbesetzung. Zwei überwältigende Soli in Ludwigsburg: Pop-Ikone Midge Ure nebst Christina Lux als Ein Frau "Vorgruppe"

Christina Lux ist über das Geheimtippstadium eigentlich längst hinaus. So soll die Kasseler Singer,-Songwriterin nicht nur der Vollständigkeit halber vor der Pop-Ikone Midge Ure Erwähnung finden.

Ob rauchig-zart oder kräftig schmetternd - die zierliche selbstironische Frau macht ihr Publikum staunen. Eine wandelbare Stimme und reife Songs brachte sie mit zum "Hautnah"-Auftakt im Ludwigsburger Scala, röhrt stöhnt fast Joplin-verdächtig in "Love is my Relgion", einem Stück aus dem frisch gebackenen Album "Coming Home At Last".

Ebenso scattet sie frei und fröhlich in "Free", einem älteren Song, den die sympathisch hauchende Soulstimme als einen ihrer großen "Welthits" ankündigt. So wandelbar wie ihr Organ erscheinen auch Komposition und Arrangement. Einen ausgefeilten Rhythmus und eine Botschaft haben sämtlliche Lieder gemein. Schade aber auch, dass die Lux nur Englisch singt, wagt man gerade in dem Moment zu denken, als sie mitten in "Abuse" plötzlich ins Deutsche wechselt. Ein Talent zum Hinhören, Merken und Weitersagen!

 

Gränzbote Tuttlingen vom 26.4.06
Streitbare Kämpferin erobert Rittergarten

Tuttlingen - Gut gefüllt war der Rittergartensaal beim Konzert der Sängerin Christina Lux. Bei ihrem Auftritt hat die gebürtige Karlsruherin, die in Kassel lebt, viele neue Fans gewonnen.

Es hat schon immer eine ganz ordentliche Portion Mut und Selbstbewußtsein dazu gehört, ganz allein nur mit der Gitarre bewaffnet vor ein erwartungsvoll gespanntes Publikum zu treten. Richtig ernst wird es aber, wenn man dabei auf bewährte Hilfsmittel wie das Covern von bekannten Hits, die jeder mitträllern kann, verzichtet und statt dessen völlig Neues und Eigenständiges präsentiert.

Christina Lux, den meisten Gästen noch unbekannt, traut sich das zu. "Paddy" Brodhammer vom Rittergarten den die zierliche Blondine ihren "Entdecker für Tuttlingen" nennt, kündigt sie an. Dann greift sie die ersten Akkorde, singt ihren ersten Song "Coming Home At Last", aus ihrer neuen CD. Sofort ist klar: Sie beherrscht ihr Handwerk, spielt eine hervorragende Rhythmusgitarre und hat das, was man "eine Stimme" nennen kann. In ihrer Alt-Lage klingt etwas von Joni Mitchell an, nicht billig kopiert, viel mehr vertraut und seelenverwandt.

Ansonsten nutzt sie ihre Stimme multifunktional um ihren Texten nicht nur einfach eine Melodie zu verpassen, sondern um sie für den Hörer mit Leben, Kraft, Gefühl und Ausdruck bis weit über den Rand hinaus zu füllen. "Spürst du in deinem Herzen von was ich singe?" scheint sie dabei zu fragen. Sie hat etwas zu sagen. So wie in ihrem Song "Love is my Religion", der nichts mit einer der vielen stupiden Girly-Group-Hooklines zu tun hat, sondern ihre Enttäuschung den Kirchen gegenüber wiederspiegelt. Noch
mehr Power gewinnen ihre zumeist in Englisch gehaltenen Songs durch gelegentlich eingeflochtene deutsche Textpassagen.

Christina Lux wirkt freundlich und gelassen und doch rastlos und wütend zugleich. Sie fühle sich "weit entfernt und doch auf dem besten Weg". In ihrer zweiten Zugabe, dem zugleich letzten Song, singt sie davon, dass sie nicht gut sei im sich verstellen. Stimmt. Sie wirkt energiegeladen, fast wie ein Vulkan mit Korken obendrauf, der endlich richtig loslegen will. Vielleicht mit mehr Songs in Deutsch, mit Band, Techniker, Roadcrew, Manager. Mit all dem, auf das sie derzeit noch verzichtet. Sie meistert diesen Abend im Alleingang.

 

Badische Neueste Nachrichten vom 20.3.06

Eine Stimme wie mit Flügeln
Christina Lux zum zweiten Mal im Bürgerkeller Gochsheim

Eine Frau und zwei Gitarren begeisterten am Samstagabend die Zuhörer im Bürgerkeller von Gochsheim. Christina Lux saß nach ziemlich vor einem Jahr zum zweiten Mal auf der Bühne in dem urigen Gewölbe und erzählte mit ihren Songs aus ihrem Leben und gab Überzeugungen preis. Gleich zu Beginn gab es zwei "Vorschuss-Rosen" von einem Fan aus Gochsheim. "Im nächsten Jahr gibt es drei" sagt er schmunzelnd. Es war die erotische Stimme, die die Zuhörer begeisterte und ihre Souveränität.

"Wir haben und den Termin in diesem Jahr extra vorgemerkt" ,sagt ein Ehepaar mittleren Alters. "Die Musikalität von Christina Lux ist einfach grandios." Beim Konzert spielt sie mit den Tönen; mal bluesig, mal jazzig oder ganz dem Soul hingegeben. Dabei beginnt Christina Lux unten im warmen Alt und kommt ganz hoch hinaus. Oft unerwartet schwingt sich die Stimme auf, als bekäme sie Flügel und fliegt zu den höchsten Jazztönen. Dazu begleitet sie sich selbst beeindruckend variantenreich auf ihren Gitarren: einer Akustischen und einer E-Gitarre.

Christina Lux schreibt ihre Lieder selbst. Ihre Texte kommen aus ihrem täglich erlebten und dem, was sie bei sich und anderen beobachtet. Sie ist überzeugt, dass die Welt nur mir Schwarz oder Weiß nicht zu beschreiben ist. Ihre Religion ist Liebe (Love is my Religion) und gegenseitiges Verständnis. Sie singt davon, nach Hause zu kommen (Coming home at last) und von weit geöffneten Armen (Arms wide open), von heilenden Wassern, den Tränen in "Healing waters".

Bisher hat sie überwiegend in Englisch getextet und gesungen, entdeckt aber hie und da auch die deutsche Sprache für ihre Lieder und Themen neu und im nächsten Jahr würde sie gerne wiederkommen.

 

 

Hier zwei Kritiken von ein und demselben Konzert wie sie gegensätzlicher nicht sein können...Lux

Rhön-Saale-Post vom 30.01.2006
Foto und Text: Stefan Kritzer

Ein persönliches, ein überzeugendes Konzert gab Christina Lux im
Bildhäuser Hof.

Eine samtig weiche Stimme und eine zarte Hand an der Gitarre - Die
Songwriterin Christina Lux begeisterte bei ihrem Auftritt im Bildhäuser Hof
Bad Neustadt Voller Stolz erzählt Christina Lux von ihrer neuen CD,
die eigentlich noch gar nicht offiziell erschienen ist, aber schon erworben
werden kann. "Coming home at last", so der Titel dieser sehr persönlichen
CD, die Christina Lux im Bildhäuser Hof vorstellte.
Ein Stuhl, ein Mikro, eine akustische und eine elektrische Gitarre.
Und eine Sängerin mit einer samtig-weichen Stimme. Zum ersten Mal
präsentierte die Kulturwerkstatt Christina Lux auf der Kleinkunstbühne.
Zwischen den Stilrichtungen Blues, Soul und Jazz finden sich ihre Songs
wieder, die sie alle selbst geschrieben und komponiert hat.

Jahrelang war Christina Lux mit den verschiedensten Bands in
Deutschland unterwegs. Vor einigen Jahren dann die Erkenntnis. Nur allein
kann sie auf der Bühne das zeigen, was sie zu zeigen bereit ist, das
spielen, was für sie und ihr Publikum gerade an diesem Abend zusammenpasst.
Es sind beinahe ausschließlich ruhigere Stücke, Lieder zum Nachdenken,
Balladen. Musik zum dahin schmelzen.

Christina Lux nimmt eine Gitarre zur Hand, erzählt ein wenig, führt in
den folgenden Song ein. Dann ertönt ihre wunderbar zarte, samtige Stimme die
sie auch mal bis ins Rauchige anheben kann. Mal poetisiert sie singend, mal
scattet sie berauschend schön. Ihre Lieder handeln vom Alltäglichen ebenso
wie von der Politik, dem Irak oder George W. in silbernen Stiefeln und
verliebt in einen Mann. Und natürlich die Liebe, das allzu
Zwischenmenschliche.

Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft verschmelzen, werden ausgedrückt
in behende gespielten Rhythmuswechseln. Christina Lux begeistert in Songs
wie "Arms wide open" oder "Best Friend". Gleich zu Beginn des Konzerts der
Titelsong ihrer neuen CD "Coming home at last", der wundervoll in den Abend
einleitet. Oder ihre Hommage an Chris Jones, den im vergangenen Jahr
verstorbenen Gitarrenzauberer, der mehrfach im Bildhäuser Hof zu Gast war.

Ihren Songs beiseite stellt Christina Lux ein filigranes
Gitarrenspiel. Mal streift sie kaum hörbar an den Saiten der akustischen
Gitarre vorbei, mal peitscht sie über die elektrische Gitarre. Mal wuchtig,
dann wieder leise mit viel Gespür. Die zarte Hand, die wie ein Hauch über
die Saiten zu streichen vermag. Nie ist ihre Gitarre laut, nie
vordergründig. Dezent aber ausdrucksstark im Hintergrund.

Christina Lux' Stimme und ihre Gitarren bilden eine Einheit, von der
man sich als Zuhörer nicht mehr trennen mag. Die Songschreiberin schafft es,
ihre Zuhörer zu verzaubern, sie mitzunehmen auf eine Reise durch die Poetik
einer ausdrucksstarken Sängerin. Langer Beifall, Zugaben. Ein unbedingtes
Wiedersehen, liebe Kulturwerkstatt.

 

Main-Post, Redaktion NES vom 02.02.2006
Foto und Text: Jakob Heller

Christina Lux im Bildhäuser Hof
Christina Lux´ Botschaft kam nicht an - Beim Auftritt der Sängerin im
Bildhäuser Hof passten Form und Ausdruck, aber der Inhalt nicht

Eines vorneweg: Das Konzert hatte auch seine guten Momente.

Christina Lux beeindruckte mit klarer Stimme, die neben den
Gesangspassagen auch als "a-cappella-Soloinstrument" diente und technisch
ausgefeilten Gitarrenarrangements, manchmal filigran und minimalistisch,
dann wieder balladesk und einladend. Auch im Zusammenspiel ergänzten sich
Stimme und Instrument ideal, fügten sich zusammen zu einem ausgewogenen
Gesamtkunstwerk. Manchmal schwankte, manchmal hüpfte die Musik zwischen den
Genres Jazzrock, modernen Blues, Folk und einfach nur bezauberndem,
fließendem Pop. Das bildete den weit gefassten stilistischen Rahmen.

Christina Lux, die mit 18 Jahren die Schule abbrach und seitdem nahezu
pausenlos auf der Bühne steht, singend oder spielend, hat dennoch, leider,
nicht unerhebliche Schwächen in ihrer Darbietung gezeigt. So übertrieb sie
es gewissermaßen mit der "Lässiger-Liedermacher"-Attitüde: Ganz publikumsnah
gab sie zwischen den einzelnen Liedern unzusammenhängende Bemerkungen von
sich, die wohl ein Stimmungsbild, eine Art Vorgeschichte mit esoterischen
Anklängen darstellen sollten, jedoch eher fragmentarische, dahingeworfene
Brocken eines von seiner eigenen Ausgeglichenheit und Coolness beeindruckten
Menschen waren.

Die Liedtexte, zwar nicht von diesem Manko behaftet, enttäuschten in
einem anderen Punkt: Für eine Person, die sich - wie Christina Lux es mit
ganzer Seele tut - gegen sexuellen Missbrauch einsetzt und entsprechende
Aktionen und Organisationen, die Opfern helfen und Schutz bieten,
unterstützt, für eine Musikerin, die immer wieder gesellschaftskritische
Thematiken ansprach, lief die Kritik auf einem zu flachen Niveau ab. "Es
war, als hätte sie Thema für Thema nur abgehakt", äußerte sich eine
sichtlich unbegeisterte Zuschauerin.

Homosexualität, sexueller Missbrauch und der Versuch, die Opferrolle
abzulegen, die Schwierigkeit, trotz des Geschehenen ein zumindest partiell
normales Leben führen zu können, Antikriegsagitation - all das wurde
angesprochen, aber auf eine so banale Art und Weise, dass sich Sängerin wie
Publikum des eigenen Gutmenschentums sicher sein konnten ohne irgendeinen
kognitiven oder tatsächlich reellen Schluss daraus ziehen zu müssen.

So lief der Abend letztlich auf einem hohen musikalischen Niveau ab:
Rein technisch gab es an Gesang und Gitarre nichts auszusetzen; ihr Spiel,
zwar rhythmisch manchmal unsauber, überraschte mit ausgefallenen Griffen und
Griffkombinationen, ihre Stimme schaffte es tatsächlich ein Soloinstrument
zu ersetzen.

Mit anderen Worten: Form und Ausdruck überzeugten, nur der Inhalt
enttäuschte.