ZUrueck 200120001999interview 
2004

Bonner Rundschau vom 13.12.04 - Konzert Harmonie Bonn
Akustischer Soul mit viel Ausdruck
Sängerin Christina Lux gastierte mit Begleitband in der Harmonie

"Acoustic Soul" nennt Christina Lux ihre Musik. Was man darunter zu verstehen hat, demonstrierte die junge Sängerin jetzt mit ihrer Band mit Heiko Braun am Schlagzeug und Marius Goldhammer am Bass in der Harmonie.

Christina Lux ist Vollblutmusikerin. Ihre Karriere startete sie in der A-Capella Gruppe "Vocaleros" von der sie sich trennte um eigene Wege anzutreten. Mit Erfolg. Im Rahmen einiger international besetzter Acts bewies sie mit ihrem Soloprogramm ihr Können und machte sich damit in der Musikszenen einen Namen.
Mit ihrem Programm aus souligen, bluesigen mitunter auch rockigen und funkigen Klängen bedient sie stilistisch ein weites Terrain. Ihre Stimme reicht von glasklar bis rau und kraftvoll. Auch auf der Gitarre findet sie den richtigen Sound. Bei ruhigen balladesken Songs wirkt Christina Lux' Stimme allerdings am Besten. Dort, wo sie Ausdruck und Tiefe ihrer Lyrik auch ausspielen kann.

Ihre deutsch/englischen Texte sind tiefsinnig, packen menschliche Dinge wie auch kritische Probleme an. Dementsprechend wandlungsfähig geht sie auch mit ihrer Stimme um, klingt sanft und zärtlich oder dunkel, voll und fordernd wie bei dem Song "free", bei dem sie mit fester und intensiver Intonation ihre Überzeugung hervorbringt.
Auch ihr Gitarrenspiel kann sich hören lassen bemerkenswert wie sie bei dem Stück "love label" ihr Instrument mit großer Fingerfertigkeit stilistisch einwandfrei anschlug und dabei im Dialog mit ihren beiden Mitmusikern kreativ improvisierte. Das Publikum in der Harmonie war begeistert.

Göttinger Tageblatt vom 1.11.04

Kraftvoll und sinnlich
Songwriterin Christina Lux im Nörgelbuff

Christina Lux ist eine starke Frau. Selbstsicher steht sie mit ihrer Gitarre auf der Bühne. Ihre Songs geben Kraft, ihre Texte machen Mut, ihre Musik ist temperamentvoll und sensibel. Am Sonnabend gastierte mit Christina Lux eine der bedeutendsten Songwriterinnen aus deutschen Landen im Göttinger Nörgelbuff.

Als Teenie saß die Sängerin bei den Proben der Kultband "Guru Guru" auf dem elterlichen Bauernhof, später stieg sie bei Rockbands ein, verdiente ihr Geld als Backgroundsängerin von Jule Neigel, Gitte Haenning, Fury in the Slaughterhouse oder in der "Harald Schmidt Show". Doch das waren nur Jobs. Ihre Liebe gehört den eigenen Songs in der Tradition der amerikanischen Songwriterinnen - kurz zitiert sie Suzanne Vega.

Christina Lux ist mal die Psychologin, die mit kraftvoller Stimme davon singt, eigene Schwierigkeiten zu überwinden, Verletzungen nicht mehr persönlich zu nehmen oder die Kindesmissbrauch anprangert. Oder sie ist ganz Frau und singt über Liebe und Nähe in Beziehungen.

Spannend ist es, wie sie in ihre englischsprachigen Songs deutsche Strophen einbaut und so mit verschiedenen Ebenen spielt. Stilistisch geht die Sängerin ihre eigenen Wege: dezenter Soul in der Stimme, jazzige Harmonien auf der Gitarre, mal ein bißchen Funk, mal eine sinnliche Ballade. Alles wirkt bei ihr leicht. Souverän agiert sie mit den Facetten ihrer Stimme und improvisiert virtuos, ihre Hände sausen über die Saiten und das Griffbrett der Gitarren.

Was sie singt uns spielt ist voller Energie. Begeistert klatscht das Publikum sie für zwei Zugaben auf die Bühne zurück. Doch ihre Songs wirken länger nach: Aus einem Konzert von Christina Lux nimmt man ein positives Gefühl mit. Udo Hinz

 

17.10.04 Köln Stadtgarten

Hier eine schöne Kritik:
Christina Lux
Singer/Songwriterin / Liedermacherin
Konzert am 17.10.2004 im Stadtgarten, Köln
Daumenkritik: hochgereckt und gestreckt, alle beide

Ich mag es, wenn ich in Begeisterung versetzt werde, am liebsten überraschend. Ich wusste, nicht, was mich erwartete, als wir uns in den Konzertsaal gesetzt hatten. Zwar hatten wir bereits einen Tipp erhalten, dass diese Frau gut sei, doch Geschmack ist persönlich und Bewertungen ja immer subjektiv - so wie diese Daumenkritiken.

Und dann wandelte sich meine Verblüffung ziemlich rasch in uneingeschränkte Begeisterung. Was für eine Sängerin, welche Power, welche Spielfreude, dazu zwischen den Songs gewinnende Kommunikation mit dem Publikum, Freundlichkeit, intelligente Überleitungen, die leicht und locker daherkommen, auch wenn sie inhaltlich mal nicht so unterhaltsam sind, weil es auch der anschließende Song nicht sein soll....

mehr... Daumendetails Nette Seite!

Dithmarsche Landeszeitung vom 8.10.04
"Unverschämt gut"
Meldorf (wi) Christina Lux glänzte im Bornholdt in bester Singer,-Songwriter Tradition. Sie zeigte sich als Frau, die ihr Metier beherrscht. Denn sie schreibt nicht nur ausgezeichnete Songs, sie ist zudem ein großartige Gitarristin und besitzt eine hervorragende Stimme. Eine Konstellation, die in diesem Genre nicht immer selbstverständlich ist.

Christina Lux weiß, wovon sie singt. Sie verarbeitet in ihren Songs Themen, die berühren. Sie singt sich -überwiegend in englischer Sprache- das von der Seele, was sie bewegt. Daher sind es authentische Lieder voller Emotionen. Der Umgang der Menschen miteinander nimmt ein breites Feld in ihrem Repertoire ein. So rät sie, dem Menschen, der einen jeden Morgen aus dem Spiegel anschaut, als guten Freund zu betrachten. Sie warnt, andere Menschen in Schubladen zu stecken und vor Partnerschaften, in denen sich die Partner in ein "amöbenartiges-Wir" verwandeln.

Auch mit politischen Themen setzt sich die Songschreiberin auseinander. So prangert sie jene mächtigen Politiker an, die immer tiefere Keile zwischen die Kulturen treiben. Bitter unter die Haut geht jener Song, der sich mit Kindesmißbrauch befaßt: "Kleine Menschen, die man benutzt und zerstört."

An der E-Gitarre offenbarte sie mit sanft groovendem Sound ihr großartiges rhythmisches Talent. Ob samtig soft, schmeichelnd sinnlich oder röhrig rockig mit ihrer vielfarbigen, aus den Tiefen der Seele kommenden Stimme fand sie den direkten Weg zu den Zuhörern und zog sie in den Bann.

Es war ein Abend der leisen Töne, ausdrucksstark und voller Intensität. Christina Lux war ohne Zweifel einer der Höhepunkte der diesjährigen Veranstaltungssaison im Bornholdt. Dementsprechend positiv reagierte das Publikum, aus deren Reihen Bemerkungen wie "Ein Bonbon für Dithmarschen", "Unverschämt gut" oder "Da zehren wir ein paar Monate davon" zu vernehmen waren.

Kieler Nachrichten vom 4.10.04
Schwelgend bis seufzend
Christina Lux begeisterte im Lutterbeker mit Soul vom Feinsten

Ihre Songs oszillieren zwischen Pop, Folk, Soul und Jazz, ihre Stimme kann folkig modulieren: Die 39-jährige Christina Lux faszinierte einmal wieder mit ihrer Ausstrahlung und feinsinnigen Texten - am Wochenende stellte sie im Lutterbeker ihr Soloprogramm vor.
"Ich habe strahlend blaue Augen - ich bin blauäugig", sagt Christina Lux und klimpert viel sagend mit den Wimpern. Ihre Augenfarbe erhebt die charismatische Sängerin, Gitarristin und Songschreiberin bei ihrem Solokonzert im Lutterbeker zum durchaus doppeldeutigem Programm. Bewußt naiv richtet sie den Scheinwerferblick ihrer Songs auf innere Zustände genauso wie auf äußere Missstände. Und läßt dabei die umgekehrte Sichtrichtung durch die Fenster zu ihrer eigenen Seele sperrangelweit offen.

Man fühlt sich entwaffnet von der Unmittelbarkeit dieser Frau, die mühelos ganz allein den Bühnenraum mit ihrer Präsenz füllt, nur begleitet von ihrem unaufdringlich groovenden Gitarrenspiel, mal auf der Akustischen, mal auf der Elektrischen.
Entwaffnet von der Ehrlichkeit, mit der sie in ihren zwischen Pop, Folk und Jazz oszilliereneden Songs Emotionen von Liebesglauben bis Abschmiedsschmerz, von Wut über menschenverachtende Politik bis zur utopischen Hoffnung ausleuchtet.

Mit einer warm timbrierten Altstimme, die folkig modulieren kann, in den Höhen schneidend klar, dann wieder rauchig zart, singt Lux akustischen Soul vom Feinsten. Ganz gibt sich die 39-Jährige hinein in ihren Gesang. Scattet hingebungsvoll im Song Liar über das Ende einer Liebe, die nicht zur Lüge werden soll. Schwelgt, seufzt und schmeichelt gegen die Vereinnahmung von Religion durch Politik in Love is my religion. Und predigt schließlich funky mit gekonnten Fingerpicking untermalten Stück Tumbler.

In ihren Zwischenmoderationen schrammt die Musikerin aus Kassel, die seit 20 Jahren in wechselnden Formationen und jetzt hauptsächlich Solo auf der Bühne steht, zwar schon mal an die Grenze zum allzu sendungsbewußten, wenn sie scheinbar keine Schlechtigkeit der Welt von der Bush-Politik bis zur Kinderpornographie im Internet auslässt, um sie anzuprangern. Aber vielleicht ist man ja auch bloß so viel offenherziges Engagement in post-modern-ironischen zeiten nicht mehr gewohnt.

Lux verweigert sich eben der Schubladisierung in jeder Form. Am ehesten lässt sich ihr Stil noch mit dem amerikanischen Singer,-Songwriter vergleichen. Doch auch in ihren Lyrics entzieht sich Lux der simplen Einordnung. Ihre Lieder singt sie sowohl auf Englisch als auch auf Deutsch und wechselt mitunter mitten im Stück die Sprachen. Keine Anwärterin also für due gerade auf der Fachmesse Popkomm diskutierte Quote für mehr deutschsprachigen Pop im Rundfunk, deren Befürworter schlicht auf Nationalität statt auf Qualität setzen.

Eine wie Christina Lux würde man wohl so oder so nicht als Hit im Radio wiederfinden. dazu ist ihre Musik einfach zu eigenwillig.
von Beate Jänicke

 

http://www.fr-aktuell.de/ressorts/frankfurt_und_hessen/lokal_rundschau/wetterau/main_kinzig/?cnt=468574

Wunderbare Autodidaktin
Christina Lux trat im Jukuz auf
VON MATTHIAS SCHLETTE
Karben · 9. Juli · Es sind genau diese Momente, die irritieren und
faszinieren. Da bildet sich im Kopf des Hörers über Christina Lux gerade das
Urteil, sie habe eine samtweiche helle Stimme. Schon muss es revidiert
werden. Die Zeile "Come on talk to me", singt sie mit einer solchen Wut und
einem solchen Nachdruck, dass von Samtweichheit keine Spur mehr da ist. Rau
und dunkel klingt ihre Stimme dann, und das so freundlich wirkende Gesicht
unter dem hellblonden Haar sieht plötzlich wütend aus.

Christina Lux ist mit ihrem Solo-Programm im Jukuz Selzerbrunnenhof zu Gast.
Die Kulturinitiative Karben hat gut daran getan, die Gitarristin und
Sängerin einzuladen. Sie bietet ihrem Publikum im fast ausverkauften Saal
des Jukuz ein Soloprogramm mit vielen Überraschungen. Schon der Auftakt ist
fulminant: Christina Lux hat sich ihre schöne Gibson Halbresonanz-Gitarre
umgehängt. Mit ihrer selbst entwickelten Fingertechnik spielt Lux ein
funkiges Stück, das vor auf gedämpften Saiten geschlagenen Deadnotes nur so
überquillt. Dann wieder greift sie sich ihre Gitarre und spielt Balladen,
die zum Träumen einladen.

Selbstbewusste Sängerin

Völlig uneitel steht die Sängerin auf der Bühne: im einfachen schwarzen
T-Shirt mit Cargo-Hose im Military-Look. Zwischen den Liedern spricht sie
mit dem Publikum, und es wird schnell klar, dass hier eine sehr intelligente
Frau steht, die Meinungen zu vielen Themen hat. Ob sie über
Kinderpornografie und die Folgen für die Opfer spricht oder über George W.
Bush, den sie gern "weggekickt" sehen würde. Frau Lux, wie sich
selbstironisch zwischendurch immer wieder nennt, bezieht klar Stellung ohne
moralinsauren Geruch.

Seit fünf Jahren steht sie mit ihrem Soloprogramm auf der Bühne. Sämtliche
Songs, die meisten mit englischen, nur ein paar mit deutschem Text, hat sie
selbst geschrieben, erzählt sie nach zwei Zugaben. "Meine Fingertechnik habe
ich selbst passend zu meinen Stücken entwickelt." Sie brauche den direkten
Kontakt der Fingerkuppen und Nägel zu den Saiten. Seit dem zwölften
Lebensjahr spielt Christine Lux Gitarre. Doch so wie heute spielt sie noch
nicht lange. "Daran habe einige Zeit geackert", sagt die Autodidaktin.
Danke, kann man da nur sagen.


 

Fränkische Landeszeitung 5.Mai 2004

Hier zu Lande gibt es keine fähigen Sänger/Songschreiber?

Ansbach - Und wenn doch, sind sie jämmerliche Epigonen, die eher schlecht als recht ihren amerikanischen oder britischen Vorbildern nacheifern. Sagt das Klischee. Und trifft die Wahrheit damit wieder einmal nur halb. Denn es gibt Ausnahmen. Solche, wie Christina Lux, die zum "akustischen Montag" im "Cafe Max" der Ansbacher Kammerspiele ein Konzert der Extraklasse gab.

Christina Lux schreibt ihre nachdenklichen Balladen, ihre musikalischen Lebensbetrachtungen mit Tiefgang durchwegs selber - und muss sich keine Sekunde hinter Genre-Ikonen wie Joni Mitchell oder Suzanne Vega verstecken. Ausdrucksstark, modulationsfähig und nuancenreich der rauchige Alt, konzentriert und konturiert Lux' Umgang mit akustischer und elektrischer Gitarre.

Dass die Songs dieser Künstlerin in Ohr und Kopf bleiben, hat auch etwas mit dem Identifikationsfaktor ihrer poetischen Reflexionen, ihrer griffigen Alltagsphilosophie zu tun. So sinniert Christina Lux etwa darüber, wie weit man sich in einer Beziehung vereinnahmen lassen darf und wann es Zeit wird, die Reißleine zu ziehen: "Irgendwann war ich nur noch Teil eines ‚wir', es fehlte die Freiheit, die Eigenständigkeit."

Ein Zustand, der für eine Individualistin wie Christina Lux unerträglich sein muss. Ist sie doch das absolute Gegenteil jener eingangs erwähnten Epigonen, pflegt lieber ihre eigene musikalische Handschrift, als anderen hinterher zu schreiben oder zu singen. Die Ecken und Kanten, die so gleichsam von selbst entstehen, sind durchaus erwünscht.

Zumal sich Christina Lux so richtig aufregen kann. Über Kriegstreiber zum Beispiel. Oder über folternde Faschisten. Oder über eine Internet-Kultur, die nicht nur unbegrenzte globale Kommunikation, sondern ebenso grenzenlose Perversionen ermöglicht. Wenn Lux über Kinder-Pornographie oder eine völlig "übersexte" Medienindustrie schimpft, dann ist diese Attitüde erfrischend echt und angenehm authentisch, kommt ehrlich aus Bauch und Kopf ganz ohne aufgesetzte Betroffenheitsmaske.

Christina Lux in der Kammer: ein puristisches Solo, das mitreißt, beeindruckt und bleibenden Eindruck hinterlässt. Auch und gerade, weil kommerzielle Glätte und Beliebigkeit bei diesem Auftritt durch konsequente Abwesenheit glänzen. Diese Sängerin wird wahrscheinlich nie den Sprung in die Popcharts schaffen.

Was sie zu einer ganz heißen Empfehlung für Menschen mit offenen Ohren und beweglich gebliebenem Verstand macht. Hans von Draminski

Wetterauer Zeitung vom 16.4.04
Schon mit 13 Jahren küsste sie die Muse
Songpoetin und Gitarristin Christina Lux sang und spielte in der Brasserie Überflieger

Bad Nauheim. Sie sieht auf der Bühne zwischen Akustik- und E-Gitarre, blond, schmächtig fast ungeschminkt, in Strassen Kleidung eher unscheinbar, wäre da nicht die gewaltige Stimme, die wie für den Soul geschaffen wurde. Schon rein optisch signalisiert die Songpoetin und Spitzengitarristin Christina Lux, die kürzlich im "Überflieger" auftrat, die Dimension, um die es ihr geht: nämlich die Tiefe und nicht etwa das Äußere. Pressestimmen und Fachkreise vergleichen sie gern mit Alanis Morissette, Joan Armatrading und Melissa Etheridge.

Mit 13 Jahren soll sie von der Muse geküsst worden sein: Die Band Guru Guru wählte damals das alte Bauernhaus der Eltern als Probenlager. Es ist ein Schlüsselerlebnis für das junge Mädchen, das unmittelbar danach beginnt Gitarre zu spielen und texte zu schreiben. 1989 debütiert sie als Chorsängerin in der Jule Neigel Band, mit der sie auf Tournee geht. Zehn Jahre später veröffentlicht sie ihre erste CD "Little Luxuries". Inzwischen feiert sie bald ihr 20. Bühnejubiläum. Die junge Solokünstlerin mit der reichen Stimmpalette und deren Volumen an Ausdrucksfähigkeiten, das schier beeindruckend ist, engagiert sich in ihrer Musik für Alltagsthemen: Sie reichen von zwischenmenschlichen und zwischengeschlechtlichen Beziehungen bis hin zum Bush krieg im Irak und der im Internet florierenden Kinderpornographie.

Die meisten ihrer Lieder kreisen um die Qualen der Selbstsuche nach Glück und Harmonie. "Als ich endlich dreißig wurde, und es ist lange her (kokettiert sie), habe ich mir keinen Geringeren als Antoni Gaudi zum Architekten genommen."
Oder wie sie zwischen den einzelnen Liedern sparsam erklärt:"Viele meiner Lieder handeln von der Unfähigkeit, sich selbst so zu lieben, wie man meint andere zu lieben." Ihre Lieder zwischen Romantik und Anklage sind zuweilen recht monoton und dienen vor allem einer großartigen Stimme, mehr als vielleicht ihr Inhalt selbst. Oft kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Musik einfach nicht zum ernsten Thema passt, wie beispielsweise im Fall des Plädoyers gegen Kinderpornographie. Man wünscht sich eine Spur weniger Lärm dazu.

Die Texte zum einen und die Stimme zum anderen sind also die Attribute, mit denen Christina Lux sich in der deutschen Szene des Funky Folks definiert. Dabei muss man, um die Texte zu verstehen, zunächst der englischen Sprache mächtig sein, denn die Künstlerin singt nur in Englisch. Pech, wenn man es also nicht beherrscht. Es bleibt dann nur noch der Genuss einer großartigen Stimme, die sich steigert und explosiv entlädt am Ende jeden Liedes - in der besten Tradition des Genres. Laute Bravorufe quittieren die Leistung von Christina Lux und die Qualität ihres Soloprogramms "Acoustic Soul und Funky Folk" im Überflieger. Suzanne B.

 

Flörsheimer Zeitung 8.April 2004
Geballte Ladung von Gefühlen
Beeindruckendes Konzert der Songpoetin Christina Lux im Keller
FLÖRSHEIM (flo) - Kellererlebnis mal ganz anders, voller Intensität, voller Gefühle, ausgedrückt in Songs zwischen Jazz und Soul, ohne Bühnenshoweffekte um so wirkungsvoller, echt, ehrlich, authentisch: die Songpoetin Christina Lux fesselte, entrückte, wühlte auf und appellierte an Lebensgefühl aus dem Bauch heraus, an Gradlinigkeit und kritische Selbstbetrachtung. Passend zum Themen-Tiefgang zog sie die knapp 40 Gäste im Flörsheimer Keller mit dem sanften bis leidenschaftlichen Timbre ihreer Stimme und den zarten bis kraftvollen Gitarrentönen in ihren Bann.

"Berge von oben betrachtet sind gar nicht mehr so unüberwindbar", beschwor sie in einem Lied und leitete mit Blick auf Familienfeste wie Ostern zum nächsten beitrag vom "ehrlichen Miteinander", über Geschenke, die man nicht haben will und vorwurfsvolle Blicke, die "ich nicht gern mit nach Hause nehme". Dann wieder nimmt sie das Internet aufs Korn mit seiner gefährlichen Seite, wo ein Pädophiler plötzlich denkt er sei normal, weil es ja so viele gäbe. Mal ist es Sehnsucht, mal Protest, mal Wut, die ihre Songs durchströmen, mitreißend durch das leidenschaftliche Spiel mit Stimme, Tönen, Silben und der ausdrucksstarken Mimik und Körpersprache.

Nur selten singe sie in Deutsch, erklärt Christina Lux, (ihr Name ist übrigens echt und kein Künstlername), weil sie das ganze Emotionale im Leben in Englisch besser ausdrücken könne. Diese Sprache sei ihr schon immer sehr nah gewesen und durch die Ehe mit einem Amerikaner noch vertrauter geworden, so dass sie direkt in Englisch denkt und schreibt. Obwohl sie damit die andere Phonetik und die härteren Konsonanten im Deutschen umgeht, gefällt es ihr doch, dass deutsche Soulmusik im Kommen sei.

Für den Abend in Flörsheim hatte die Musikerin, die 1965 in Karlsruhe geboren wurde, eine akustische und eine elektrische halbakustische Jazzgitarre mitgebracht, die sie im Wechsel zum Einsatz brachte. Dass Christina Lux auch deutsche Passagen im Repertoire hat, bewies sie nach der Pause, als sie gesanglich darüber sinnierte, wie schwer es ist sich selbst sein bester Freund zu sein. Oder als sie die Welt voller extremer Religionen beklagte: Hätten die Leute begriffen, was Liebe ist, dann bräuchten wir all die Religionen nicht", und mit ihrem Bekenntnis "Love is my religion" zugleich die intensivere Klanglichkeit der englischen Sprache demonstrierte.

Zum homogenen Stimmungsbild trug neben 20-jähriger Erfahrung als Musikerin sicher auch die Ausstrahlung ihrer Persönlichkeit bei, die innere Kraft, ruhenden Pol und tiefste Überzeugung vermittelte, obwohl die Botschaften ihrer Texte ganz anderes verrieten. Souveränität bewies die Künstlerin auch, als ein an der Bühne lümmelnder Fan-Club-Roland sich mit Kommentaren in Szene setzte. Mit einem Lächeln ging sie zum nächsten Stück über. Ein Stück, "das angeflogen kam, aufs Papier floss - und fertig" ("So geht das nicht immer") und eine Aneinanderreihung von wunderbaren Dingen als geballte Ladung von Gefühlen im Keller vertrömte.

Main-Rheiner Zeitung vom 06.04.2004

Konzert der Sonderklasse
Christina Lux zieht ihr Publikum im Flörsheimer Keller in den Bann

FlÖRSHEIM Eine Frau, eine Gitarre und eine große Stimme: Eine intime und berührende Stimmung entstand beim Konzert der Soul-Diva Christina Lux am Wochenende im Flörsheimer Keller, das die Musikerin allein mit einer Akustik- und einer E-Gitarre bestritt.
Wie sensibilisiert die 40 Anwesenden durch die Performance der Songpoetin Christina Lux wurden, äußerte sich weniger durch laute Beifallsbekundungen, sondern ganz besonders in den Momenten der Stille zwischen dem Schluss eines Titels und dem zögernden Einsatz des Applauses. So als wollte das Publikum auch noch den allerletzten Ton voll und ganz auskosten und nichts von der dichten Atmosphäre zerstören.

Christina Lux nutzte ihren Besuch der Frankfurter Musikmesse für einen "Abstecher" zu ihrem Flörsheimer Fans. Mit ihrer wandlungsfähigen Stimme und ihrem eigenwilligen Funk-Folk-Stil präsentierte die Kasseler Sängerin Songs, die von ganz persönlichen Gedanken, Erfahrungen und Gefühlen erzählten - Texte, die mitten ins Herz gehen. Da schmunzelte die Zuhörerschar hörbar, wenn sie augenzwinkernd von "unerwünschten Geschenken" sprach, die man von einer Familienfeier mitbringt. Nein, keine Blumenvasen, sondern giftige, neidische Blicke oder spitze Bemerkungen.

Aber die Künstlerin spendete auch Trost, denn von oben sähen die meisten Probleme klein und lösbar aus, wie sie in ihrem Lied "Fly, high, high, in the sky" thematisierte. "In einer Zeit der Oberflächlichkeit und glitzernder Leerhüllen, möchte ich aufreißen und zurückbesinnen, auf das was uns Mensch sein lässt", so Lux. Ihre englischen Songs wurden für alle verständlich, stellte sie den Inhalt doch immer kurz in Deutsch voran.

Lux sieht sich selbst in der Tradition der klassischen Singer und Songwriter. Ihre Gitarre übernimmt die Rolle einer äußerst effektvollen Begleiterin. Ruhig dahin fließende Akkordzerlegungen untermalen die gefühlvollen Balladen wie "Cuts like a knife" oder "Believe" und stehen immer wieder im Wechsel mit einfallsreichen und rhythmisch akzentuierten Fingerpickings. Dabei ist Christina Lux immer offen für Improvisation. Je nach Bedarf verarbeitet sie in ihren Liedern Elemente aus Jazz, Soul, Funk und Folk. Durch viele Musikstile hat sich die Künstlerin ihren eigenen Sound gewebt.
Schon Jon Lord von "Deep Purple"nutzte die gesanglichen Fähigkeiten von Lux für eigene musikalische Projekte, neben anderen Branchengrößen wie Grace Jones, Oleta Adams und Nina Hagen.

Ihre Biografie kann sich sehen lassen. Bereits mit 13 Jahren beginnt Christina Lux auf der Gitarre zu spielen und zu schreiben. 1989 wird sie von der Jule-Neigel-Band als Chorsängerin engagiert und tourt durch Deutschland. Zusammen mit Mario Argandona gründet sie die "Vocaleros" eine multikulturelle A-capella Formation. 1998 bringt sie eine EP heraus ("She is me") und 1999 ihre erste komplette Solo CD ("Little Luxuries"). Im Sommer 2000 spielt sie einige Konzerte im Vorprogramm von "Status Quo" und "Tuck&Patti", ehe im Juni 2001 ihre CD "Pure Love", eine sensible Platte, erscheint.

Ausschnitte daraus präsentierte sie ihrem "entrückten" Publikum im Flörsheimer Keller. Ihre dezente, glasklare und doch ungeheuer kraftvolle Stimme war Balsam für das Gemüt ihrer Zuhörer - eben LUX-us.
Hildegund Klockner

Borkener Zeitung vom 1.2.04
Die Hefe im Kulturbetrieb
Christina Lux und Band begeisterten bei Konzert im Stadtmuseum

Borken (pv). Es ist schon häufiger geschrieben worden, aber deswegen nicht weniger wahr: Wenn sich die Initiative Kleinkunst und die Midlife Company zusammentun, kommt Wunderbares dabei heraus. Dieses Wunderbare war am Freitagabend die Sängerin, Texterin und Komponistin Christina Lux, die von der ersten Minute an den ausverkauften alten Ratsaal begeisterte.

Doch woran lag es, dass Lux und Band die Zuschauer zu geradezu frenetischem Applaus hinrissen? Schließlich kommt die Sängerin nicht mit einer gigantischen Bühnenshow daher und auch ihre kongenialen Musikkollegen, Marius Goldhammer (Bass) sowie Heiko Braun am Schlagzeug, sind eher Freunde des Understatements. Wahrscheinlich ist es genau das: die Zurückhaltung. Die drei, Christina Lux voran, stellen sich ganz in den Dienst ihres Songs. Da bedarf es keiner Aufgeregtheiten auf der kleinen Bühne.

Dabei singt Lux durchaus von Themen, die aufregen. Etwa von Pädophilie im Internet - hier wird die Songpoetin bei "Abuse" energisch, geradezu zornig im Gesang, rutscht die schwarze Fellweste fast von der Schulter. Doch schon beim nächsten Song singt sie wieder verträumt - das Stück kann man vergleichen mit dem Architekten Gaudi: "Formen und Farben zum Wohlfühlen" - die Haare fallen langsam ins Gesicht und sie haucht ihre Texte von Familienfesten oder "über Dinge, die man von ganzem Herzen tut", ins Mikrofon.

Dabei brauchen sich hinter ihrem Rücken Bassist und Rhythmiker nur mit kurzem Blick über Einsätze und Pausen zu verständigen. Dass auch diese beide solistische Qualitäten haben, wurde spätestens bei "Dig it out" deutlich, als Lux und Braun in einem fantastischen Wechselspiel das Publikum verzückten. Dabei hat Christina Lux eine Stimme wie... nein, hier braucht kein Vergleich gezogen zu werden. Denn sie hat eine wunderbare, facetten,- und nuancen reiche Stimme, die, aber auch nur wenn es zum Text passt, auch ihr enormes Volumen zeigt. Dazu passt auch, dass sie ohne Plektron spielt, also nur mit den Fingern, und so einen weichen Klang erschafft, der wunderbar mit ihrer einzigartigen Stimme harmoniert.

Christina Lux brachte die tolle Atmosphäre am Freitagabend im Stadtmuseum auf den Punkt: Es gibt sie noch, diese wunderbaren kleinen Konzerte, die die Hefe im gesamten Kulturbetrieb sind.


Süddeutsche Zeitung vom 23.1.2004
Fantasievolle Fusion der Musikstile

Die Songpoetin Christina Lux singt "Funky Folk" und besticht das Publikum mit ihrer warmen Altstimme

Steinebach + Der Großraum München ist dicht besiedelt von Künstlern, die zu recht -und zum Glück- bestrebt sind, auch vor der eigenen Haustür Präsenz zu zeigen. So kommt es auch, dass auf den einschlägigen Bühnen des Landkreises sich viele renommierte Künstler abwechseln und für ein Niveau sorgen, dass man sich in anderen Gegenden nur erträumen kann.

Doch zu einer lebendigen Kultur gehört auch, hin und wieder über den Tellerrand hinaus zublicken, neue Impulse aufzunehmen und vielleicht auch mit eigenem Leben zu füllen. Eine solche Gelegenheit bot sich am Mittwochabend im Steinebacher bei einem eindrucksvollen Solokonzert von Christina Lux.

Die Sängerin und Songwriterin ist sicher mehr als ein Geheimtipp, und dennoch war sie in der Region noch nie zu hören. Wieder einmal ist es also Hans Schlegel gelungen seinem Publikum etwas ganz Neues zu präsentieren. Christina Lux kommt aus Kassel, einer Stadt, die nicht gerade als Musikmetropole bekannt ist, für einen reisenden Musiker aber den Vorteil hat, in der Mitte von Deutschland seinen Stützpunkt zu haben, was die Anfahrtszeiten zu den einzelnen Auftritten angenehmer macht.

Überall im Lande, zwischen Bremen und Steinebach, Köln und Halle ist die Sängerin denn auch zu hören. Meist steht sie alleine auf der Bühne, begleitet sich selbst auf einer halbakustischen und einer akustischen Stahlsaitengitarre. Angefangen hat sie als Chorsängerin bei der Jule Neigel Band, war Mitglied einer A-Capella Formation und hat im Laufe der vergangenen zehn Jahre mit zahlreichen berühmten Musikern auf der Bühne gestanden.

Christina Lux ist eine großartige Handwerkerin, die ihre Bühnenshow perfekt gestaltet, mehr als solide auf der Gitarre agiert, sich durch kaum etwas aus der Ruhe bringen lässt und vollkommen eins ist mit sich und ihrer Musik. Wirklich Aufsehen erregend an ihr ist jedoch und vor allem ihre Stimme. Die Sängerin hat eine schöne weiche Altstimme mit einem angenehmen Timbre, sie phrasiert sauber und ideenreich und hat eine lupenreine Intonation.

Es macht Spaß, ihr einen ganzen Abend lang zuzuhören, nur weniges wiederholt sich, nichts wirkt eintönig. Interessant ist auch der Stil, den Lux entwickelt hat und den sie auf ihrer Webseite als "Funky Folk" bezeichnet. Die Bezeichnung ist gut, trifft es aber nicht ganz, denn sie unterschlägt die vielen Färbungen und stilistischen Ausflüge in Bereiche von Blues, Jazz oder Scatgesang.

Nur hinsichtlich ihrer Kompositionen - das Konzert besteht zur Hauptsache aus eigenen Songs - könnte man sich bei der Sängerin aus Kassel eine Erweiterung vorstellen. Wenngleich viele ihrer Songs einen tiefen Eindruck hinterlassen, könnte der gelegentliche Wechsel in andere Sphären nicht schaden. Nicht zufällig erntete sie großen Applaus für einen Song von Miriam Makeba -wohl nicht zuletzt, weil er eine erfrischende Abwechslung darstellt. Große Zustimmung und zwei Zugaben im sehr gut besuchten Steinebacher.
André Krellmann

Der vermeintliche Miriam Makeba Song stammte ebenfalls von mir und war ihr lediglich gewidmet. Ein Missverständnis.
Anm.d.Künstlerin