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Christina Lux tourt als Solokünstlerin quer durch die Republik und ist dabei auf funktionierendes Equipment angewiesen. Wir wollten wissen, was Christina eigentlich einsetzt - und warum. Welche Software spielt eine Rolle, oder benutzt sie nur Hardware. Wo nimmt sie ihre Songs auf und welche Instrumente spielt sie bevorzugt. Zur Sprache kamen aber auch persönliche Dinge, wie z.B. das Feeling allein unterwegs zu sein. mehr....
Interview
aus dem Solinger Tageblatt vom 9.11.2002 das Euch mitteilt, was sich bei
mit gerade tut... Von Jan Crummenerl "Schön schräg und ein wirklich feines Publikum", schreibt Christina Lux in ihr Tourtagebuch, als sie im Dezember vergangenen Jahres Station im Stei-nenhaus machte. Morgen kommt die Singer/Songwriterin zum mittlerweile dritten Mal nach Solingen: Sonntag, 11. November, 20 Uhr, Steinenhaus (Pfaffenberger Weg). Über ihre sehr persönlichen Lieder und das Thema Gefühl sprach vorab das Tageblatt mit der in Kassel lebenden Künstlerin. Tageblatt: Als Ein-Frau-Unternehmen mit Gitarre und Stimme und einer Musik fernab der Charts sind sie meistens an kleiner Veranstaltungsorten unterwegs. Was ist hier das Besondere? Christina Lux: Es ist die direkte Nähe zum Publikum, das Gespräch mit den Menschen, das direkte Feedback, was ich bekomme. Sei es noch nach dem Konzert oder später als e-mail. Ich erlebe, wie Menschen von meine Texten, meinen Ansagen und meiner Musik inspiriert werden. Sei es einfach nur, dass sie ihre alte Gitarre wieder hervorholen, oder das sie Seiten von sich wiederentdecken, die sie lange nicht mehr betrachtet haben. ST: Damit wollen Sie die Gefühle ansprechen? Lux: Ich möchte eingeschlafene Gefühle aufwecken. Das ist das schönste, was Dir in meinen Konzerten passieren kann. Ich glaube, das gelingt nur, wenn man es schafft authentisch zu bleiben. Wenn man offen von Liebe spricht, nach der man sich sehnt, aber eben auch von der Angst, zurückge-wiesen oder verlassen zu werden. Ich zeige meine Ängste, meine Trauer, meine Wut und meinen Enthusiasmus offen. ST: Damit sprechen Sie sehr intime Gefühle an. Lux: Ein Künstler kann Worte und Musik finden für seine Emotionen finden, von denen andere vielleicht nicht wissen, wie sie sie ausdrücken können. Die Menschen in den Konzerten finden sich darin wieder oder erkennen etwas von sich selbst. Gerade in einer Zeit, wo viele sich hinter einer Schweigemauer verstecken oder gefangen sind, ist es wichtig über persönli-che Dinge zu sprechen. ST: Das bedeutet auch, Schwächen zugeben zu können. Lux: Schwächen preis zugeben macht verletzbar. In unserer Gesellschaft, zählt oft das Äußere, das Funktionieren mehr als das Menschliche. Verletz-barkeit zu zeigen, Schwächen und Ängste zuzugeben, passt da nicht hinein. Man kann sich glücklich schätzen, wenn man einen Freundeskreis hat in dem man ehrlich sein darf, aber ich erlebe auch viel Einsamkeit, Selbstver-leugnung und eine große Unsicherheit darin, an sich selbst zu glauben. Ge-nau da möchte ich den Zuhörer abholen. Nach einem Konzert sprach mich jemand an: "Eigentlich ist das gar nicht so meine Musik, aber ich konnte einfach nicht weggehen. Es tat gut, Dir zu zuhören" Es geht nicht darum, dass jeder bei mir gleich den Blues bekommt. Vielmehr ist meine Musik eine Oase, eine Oase, wo man auch mal leise in sich hineingrinst oder sich ein Tränchen im Augenwinkel wegwischt. ST: Das wollen Sie bei Ihren jetzigen Konzerten auch etwas anders tun als bisher. Lux: Mein Programm füllt sich langsam mit neuen Stücken. Ich arbeite an meiner neuen CD, die im nächsten Jahr herauskommt. Ich muss die Songs immer vorher live gespielt haben. Es ist auch das Jahr meines 20-jährigen Bühnenjubiläums. Die Songs verändern sich. Es wird rauer und rockiger werden. Ich werde einige Songs mit kompletter Band einspielen. Ich gehe mehr ans Eingemachte und tiefer in die Themen, die mich aufrütteln, manchmal auch provokativ. Es gibt die heilsame, sanfte Ansprache und es gibt die, in der man an stößt und wachrüttelt. Es geht auch darum Wut raus zulassen und Wege dafür zu finden sich zu befreien. Viele Texte beschreiben den kalten Umgang der Menschen miteinander. Es geht um Gewalt gegen Kinder, Grenzüberschreitungen und die Dinge, die sich in einer verletzten Seele breit machen und weiterwachsen, bis aus dem verletzten Kind ein verletzender Erwachsener wird. |
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